In Bilder von Kriegen geht es um die Kontinuität eines militärischen Blicks auf unsere Landschaft, die sich jederzeit in ein Instrument der Kriegführung verwandeln kann.
Bilder und Materialien aus dem Projekt werden an insgesamt vier verschiedenen Orten in der Region am Niederrhein gezeigt.
In Goch werden mittels gefundener und bei Besuchen vor Ort entstandener Aufnahmen die Veränderungen auf dem Gelände der Reichswaldkaserne dokumentiert. Die Bilder der Neu-Erschließung des Areals nach Abriss der Kaserne lassen die Grenzen zwischen einem Vorher und Nachher verschwimmen. Sie machen eine Landschaft im Umbruch sichtbar, die dauerhaft Prozessen teilweise gewaltsamer Veränderungen ausgesetzt ist.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sollte mit der Operation Blockbuster im Frühjahr 1945 der militärische Durchbruch der alliierten Streitkräfte im Reichswald und damit der Weg zur Rheinüberquerung gelingen. Die Kämpfe dieser Zeit haben das Gros der Städte und Dörfer am Niederrhein in kompletter Zerstörung hinterlassen.
Heute hat der Begriff Blockbuster eine Bedeutungsebene, die sich auch auf die unterschiedlichen Darstellungsformate von Kriegen, deren Mediatisierung und Rezeption durch die Öffentlichkeit bezieht.
So spielt die Präsentation auf die Grenzen des Darstellbaren militärischer Szenarien an, die sich zwischen oftmals zwischen Fiktion und realen Bezügen bewegen. Als inhaltliches und metaphorisches Bindeglied für die Diskrepanz zwischen dem was sichtbar sein kann und dem was im Verborgenen bleiben soll, fungiert dabei das bis heute aktive Central Europe Pipeline System, CEPS, eine Versorgungspipeline der NATO, über die Flughäfen und andere militärische Standorte miteinander verknüpft sind. Die in verschiedenen Archiven und Sammlungen recherchierten Bilder werden mit aktuellen Fotografien relevanter Orte über Zeitlinien hinweg zu neuen Narrativen verbunden und in Installationen miteinander in Beziehung gesetzt.
Das Projekt wird durch das Land NRW, den Kulturraum Niederrhein e.V, die Stadt Goch, die Gemeinde Weeze und das Kulturamt der Stadt Neuss gefördert. Ab Ende April wird die Bühne des ASTRA-Theaters, das heute Teil des Royal Air Force Museums am Flughafen Weeze ist, mit einer Installation bespielt. In Neuss werden im September Bilder im ehemaligen ABC-Schutzraum unterhalb des Rathauses und im Atelierhaus der Stadt im Hafen inszeniert.

Jan Lemitz (*1971) lebt und arbeitet als Fotograf in Düsseldorf. Die Zusammenhänge von Landschaft, Architektur, Infrastruktur und deren fotografische Darstellungsweisen  ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Praxis.

Der Radiobeitrag WDR5 Scala von Thomas Frank ist in unserer Medienbibliothek – Tonbeiträge 2017 zu finden.

Thomas Lüers Arbeiten nähern sich mit einer zuweilen minimalistischen Reduktion ihrem Gegenstand an – dabei handelt es sich oft nur um einen einfachen Ausschnitt, ein winziges Detail aus einem größeren Zusammenhang. Wie beiläufig beobachtet er alltägliche Phänomene in verschiedenen Arbeitswelten oder im öffentlichen Raum. Mit subtiler Präzision macht der Künstler sichtbar, was oft verborgen bleibt: Licht. Wind. Kleinste Teilchen. Zugleich werden durch seine Pars-pro-toto-Strategie soziologische, wissenschaftstheoretische oder semiotische Fragestellungen aufgegriffen.

Lüer denkt seine Arbeiten, wie nun auch für das Museum Goch für jeden Ausstellungsort neu. Er arbeitet jedoch nicht ortsspezifisch, sondern situationsspezifisch.

ROTATION II, 2017

Rotation II widmet sich, wie bereits Rotation I, der Auseinandersetzung mit visuellen Mustern und den damit verbundenen Prozessen von Wahrnehmung und Erkenntnis. Als installative Setzung im Raum changiert die Arbeit bewusst zwischen skulpturalem Objekt und technischer Apparatur. Auf einem Ring sind in konstanten Abständen metallische Zylinder angeordnet, aus deren Innerem punktuell Lichtimpulse sichtbar werden. Die Abfolge der Lichtsignale erscheint weitestgehend chaotisch, eine Vorhersage, an welcher Stelle das nächste Ereignis auftreten wird, scheint unmöglich. Der Betrachter sieht sich zurückgeworfen auf die Position des externen Beobachters eines Black-Box-Systems, dessen innere Arbeitsprinzipien letztlich verborgen bleiben. Fragen nach den Bedingungen und der Bestimmbarkeit von informativen Codes wie auch von Zufälligkeit rücken in den Fokus. Angesichts der klaren formalen Anlage der Arbeit manifestieren sich gleichwohl essentielle Gegensätze und Ambivalenzen, etwa zwischen der Materialität und Statik der Konstruktion und dem immateriellen Charakter der einer eigen Dynamik folgenden Lichterscheinungen. Rotation II fragt damit letztlich nach den Beziehungen und Divergenzen zwischen einer dinglichen Welt und der Sphäre der Erscheinungen.

HELIX, 2012 

Helix kreist um grundsätzliche Fragen der Produktion und Rezeption von Bildern und bezieht sich auf ein analoges Verfahren der Bildwiedergabe aus den 1930er Jahren. Dabei wird mittels einer rotierenden Spiegelschraube ein Bild jeweils partiell auf einen Bildschirm umgelenkt, wo es in der Wahrnehmung wieder zur Gesamtheit gelangt. Thomas Lüers raumgreifende Skulptur verweist in ihrer schraubenartig gedrehten Form wie auch den spiegelnden Oberflächen auf dieses Verfahren, weicht aber zugleich in zwei entscheidenden Punkten von dem „Vorbild“ ab. Einerseits ist Lüers Skulptur statisch, führt also keine Rotationsbewegung aus, zum anderen gibt es keinen projizierenden Lichtstrahl, der auf die spiegelnden Außenflächen der Skulptur geworfen wird. Helix unterläuft als skulpturale Setzung jene Funktionszusammenhänge, wie sie ursprünglich mit der Bildübertragung verbunden sind.
Ein bestimmendes Moment dieser Arbeit ist ihre Stellung im Raum. Dieser wird von der Skulptur nahezu vollständig ausgefüllt, auf die Funktion auf eine umschließende Box reduziert. Dem Betrachter ist der Zutritt geradezu verstellt und jede Möglichkeit genommen, den rückwärtigen Bereich der Skulptur einzusehen. Der Rezipient bleibt buchstäblich ein „Außenstehender“, sein Blick auf die spiegelnde Vorderseite der Skulptur beschränkt. Hier wird auf den gegeneinander verschobenen Lamellen ein vielfach gebrochenes Spiegelbild sichtbar, dessen Konstellationen sich in Abhängigkeit von der Position des Betrachters radikal verschieben. Ein gesicherter Standpunkt ist nicht zu gewinnen. (Reinhard Buskies)

SPIN, 2010

Die Videoinstallation „Spin“ (Foto oben) beginnt mit einer Bildfolge sich drehender Gänge, in denen man nur für kurze Augenblicke zwei sich bewegende Gestalten erkennen kann. Allerdings ist die Bewegung für unser Gehirn zu schnell um tatsächlich Details wahrnehmen zu können. Daran anschließend erscheint ein kurzer Ausschnitt der identischen Bildfolge, dieses mal jedoch in extremer Zeitdehnung, so als wäre ein imaginierter Betrachter entschlossen, ein ganz bestimmtes Detail des dokumentierten Vorganges auf keinen Fall zu verpassen. Diese Installation ist an einen Versuchsaufbau angelehnt, der in der Kognitionsforschung verwendet wird. Bei diesem Experiment wird die Lernfähigkeit der Versuchstiere erforscht. Das Maze (ein verwinkelter Versuchsaufbau) besteht aus 8 Armen. Am Ende nur eines Ganges befindet sich eine Belohnung. Je schneller diese gefunden wird, um so besser wird die individuelle Leistung des Tieres bewertet. Die zwei Figuren in Lüers Projektion gelangen nie in die Nähe des Betrachters, sprich in die Nähe des Ausgangs. Die Drehbewegung fragmentiert ihre Bewegungen, die immer wieder abgeschnitten und doch wiederholt werden, und so gerinnt das Experiment zum Abbild einer beunruhigenden Laterna magica.

Siehe auch: www.thomaslueer.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WDR3-Beitrag vom 5.7.2017 zur Ausstellung
Der Radiobeitrag WDR5 Scala von Thomas Frank ist in unserer Medienbibliothek – Tonbeiträge 2017 zu finden.

Norbert Schwontkowski wurde 1949 in Bremen geboren. Er studierte an der Hochschule für Künste in Bremen. Er erhielt Lehraufträge in Bremen und Greifswald sowie eine Gastprofessur in Braunschweig. 2005 folgte eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 2013 starb Norbert Schwontkowski in Bremen.
Die große malerische Qualität seiner Bilder, verbunden mit einem subtilen Sinn für Humor zeichnet das malerische Oeuvre des Künstlers aus. Seine Farbgründe sind in vielen Schichten übereinanderliegend durchgearbeitet. Sie bilden den Bühnenraum für die Geschichten, die sich jedoch den Deutungen und dem raschen Zugriff entziehen. Der Betrachter wird allein gelassen mit den stillen und melancholischen Welten. Surreale Geschichten, die mit historischen, religiösen oder auch alltäglichen Bezügen spielen aber beim Betrachter mehr Zweifel als Sicherheit hinterlassen.
Norbert  Schwontkowskis Werk ist  „durchdrungen von einer stillen, surrealen Spiritualität, wie sie die deutsche Romantik heraufbeschwor. Ihr fügte er allerdings einen subtilen Witz hinzu, der auch ihn selbst zu einem amüsierten Melancholiker machte – mit schwarzer Hornbrille, gerne Schal und obligatorischer Zigarette wirkte er immer ein wenig wie aus dem Paris der 50er-Jahre herausgefallen“. (Zitat: Monopol, 17.6.2013)

Die Ausstellung umfasst Arbeiten aus allen Werkphasen des Künstlers, beginnend mit einem frühen Werk aus dem Jahr dem Jahr 1985 bis hin zu den letzten Bildern, die Schwontkowski kurz vor seinem Tod fertig stellte. Sämtliche Werke stammen aus einer süddeutschen Privatsammlung und sind in dieser Zusammenstellung noch nicht gezeigt worden.

Der Titel der Ausstellung spielt an auf die Bezeichnung eines Gemäldes aus dem Jahr 1994. Es zeigt vor fahl-grauem Grund eine Achterbahn, ein fragiles Gerüst auf dem die Bahn ihre endlosen Runden dreht. Das Bild ist charakteristisch für die Weise, in der es Schwontkowski immer wieder gelingt, Metaphern für die existenziellen Fragen des Lebens zu finden.

„Vielschichtig“, so betiteln wir die Ausstellung des Jahres 2017 mit den jüngsten Arbeiten von Elisabeth Abele-Mercator. Vielschichtig deshalb, weil es ein inzwischen imposantes künstlerisches Werk ist, auf das wir mit der der Künstlerin zurück blicken. Vielschichtig aber vor allem auch deshalb, weil das Hineingehen in die Oberfläche des Farbmaterials charakteristisch für den malerischen Impetus ist. Sie scheut sich nicht, immer wieder die malerische Struktur zu zerstören, Tiefen freizulegen und widersteht damit dem allzu schönen Schein.

Freier, kreativer Gestus und künstlerische Kontrolle vereinen sich in den Werken von Elisabeth Abele-Mercator. Die Werke der in Frankfurt am Main geborenen Malerin, die Paris und Nizza für viele Jahre zu ihrer Wahlheimat machte, um schließlich im Rheinland die Früchte ihrer Seh- und Welterfahrung zu vereinen, ist vielschichtig und dennoch aus einem Guss; sie schenkt dem Betrachter ein weit geöffnetes Fenster zur Imagination.

Auch im Jahr 2012 haben wir eine Ausstellung mit Werken von Elisabeth Abele-Mercator in unseren Räumen gezeigt. Zu sehen waren vom 15.09. – 04.11.2012 Arbeiten unter dem Titel „Malerei“.

Eine Ausstellung im Museum Goch sowie zeitgleich im Kunstverein Bochum

Eröffnung in Goch
18. März 2018 um 11.30

Eröffnung in Bochum
25. März 2018 um 11.00

Zeit ist etwas, das uns auf elementare Weise betrifft. Ohne eine Vorstellung von Zeit scheinen unsere Existenz, wie auch die Vorgänge in der Welt nicht denkbar. Zugleich stellt die Zeit ein abstraktes und schwer fassliches Phänomen dar, das Denker wie auch Künstler seit jeher beschäftigt. In Zeiten einer normierten und weltweit synchronisierten Zeit stellt sich immer mehr die Frage: Inwieweit bestimmen wir die Zeit und inwieweit bestimmt die Zeit uns?

Das Ausstellungsprojekt THE LONG NOW versammelt aktuelle künstlerische Positionen, in denen unterschiedliche Aspekte von Zeitlichkeit zum Tragen kommen. Diese betreffen unseren Zeitbegriff ebenso wie die Muster der Zeitwahrnehmung und nicht zuletzt auch die Darstellung von Zeit. Die Zeit erweist sich dabei zusehends als offene Größe, die je nach Empfinden langsamer oder schneller vergehen mag. Polaritäten wie Ruhe und Unruhe, Be- und Entschleunigung, aber auch Augenblicklichkeit, Dauer und Vergänglichkeit werden zu zentralen Kategorien.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

Greta Alfaro | Malte Bartsch | Christiane Baumgartner | Roland Boden | Maurits Boettger | Daniel Burkhardt | Mark Formanek | Verena Friedrich | Dafna Gazit | Christoph Girardet | Lukas Grundmann | Steffen Junghans | Timo Klos | hans w. koch | Vera Lossau | Zhenia Couso Martell | Lilla von Puttkamer | Johanna Reich | Otto Reitsperger | Hans-Christian Schink | Jan Schmidt | Pavel Schmidt | Leonid Sokhranski | Nasan Tur | Katrin Wegemann | Julia Weißenberg | Michael John Whelan

Junge Malerei.
Kevin Egerer, Eva Gentner, Marc Goroncy, Lars Schwabe, Catharina Szonn

Flyer junge Malerei

Wir präsentieren mit Alles Museum 2 (31.3. – 9.6.2019) ausgewählte Werke unserer Sammlung in neuen Dialogen.

Wie schon 2017 bei der Ausstellung „ALLES Museum 1“ zeigen wir Skulpturen, Graphiken und Gemälde aus Museumsbeständen. Die Objekte werden hierbei unabhängig ihrer Entstehungszeit oder ihrer Gattungszugehörigkeit präsentiert und regen so zu einer neuen Betrachtung und Kommunikation untereinander an.

In unserer Ausstellung entfaltet die Künstlerin Damaris Kerkhoff lebendige Beziehungsräume. Hierfür erzeugt sie skulpturale Setzungen und greift zudem bestehende architektonische Elemente auf, die sie in ihre künstlerische Arbeit einbaut und umdeutet.
Hierdurch entstehen keine endgültigen, unverrückbaren Statements, vielmehr erzeugt ihre Kunst einen permanenten Wandel, indem sie eine Parallele zur Neugierde herstellt.
Jede Arbeit fordert ihre Fortsetzung und jede Ausstellungsinszenierung stellt somit eine Momentaufnahme ihres Denkens da.
Sowohl formal wie auch inhaltlich zeichnet sich ihre Arbeit durch eine große Vielschichtigkeit aus. Wenn Figuratives rein Abstraktem begegnet und erzählerische Elemente mit formalen architektonischen Formen spielen, werden die positiven und negativen Raumbezüge pointiert sichtbar gemacht. Dabei entsteht kein surrealer Raum, vielmehr ist Damaris Kerkhoffs ambivalenter Blick tief in der Realität unserer Zeit verwurzelt. Dieser erlaubt es ihr, gelegentlich auch Aneignungen geschickt in ihr Werk einzubauen und neu zu kontextualisieren. Erkennbar ist dies zuallererst im Ausstellungstitel, der mit unterschiedlichen Bezugssystemen spielt.
So zum Beispiel der beliebte Hinweis auf Vincent van Gogh und die Stadt Goch über die Ähnlichkeit des Wortklangs statt über die nicht vorhandene Ebene in der Wirklichkeit. Hinzu kommt nun die Assoziation Winzig, einerseits in Bezug auf den großen van Gogh, andererseits in Bezug zu der kleinen Stadt des Niederrheins, des kleinen Museums und der noch jungen Künstlerin. Das Motiv der Einladungskarte mit den nach vorne gekämmten leuchtend roten Haaren von Damaris Kerkhoff und der undurchsichtigen Brille aus Papier visualisieren das Spiel aus Bedeutungszuweisung und scheinbarer Erkennbarkeit. Der Betrachter wird zum Prüfen des eigenen Blicks aufgefordert. Hierdurch sucht die Künstlerin einmal mehr eine Vielschichtigkeit, die sich sowohl im Intellektuellen wie auch im Visuellen realisiert.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.
Damaris Kerkhoff (*1987 in Münster) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und schloss ihr Studium 2014 als Meisterschülerin bei Rosemarie Trockel ab.
Neben dem Werner-Deutsch-Preis für Junge Kunst des Museum Kurhaus Kleve erhielt sie zahlreiche Stipendien, u.a. durch die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Kunststiftung NRW, das Frauenkulturbüro NRW und durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW.

 

Seitz-Gray, Ursula

Die Frankfurter Fotografin Ursula Seitz-Gray erlernte die Fotografie in den 50er Jahren in Frankfurt und Köln. Mehrere Studienaufenthalte führten sie Ende der 50er bis in die 60er Jahre hinein u.a. in die französische Hauptstadt. Hier entstand, die 2019 erstmals in einem deutschen Museum gezeigte Werkgruppe von Fotografien.
Zu dieser Ausstellung ist ein Katalog mit den schwarz-weiß Fotografien entstanden.

Der Graphiker Gottfried Lambert hat in den zurückliegenden 50 Jahren ein ausgesprochen konsequentes und beeindruckendes Werk hinterlassen. Von Beginn an, er studierte von 1956-1959 an der Werkkunstschule in Krefeld, war für ihn die Suche nach der Form der entscheidende Antrieb. Das künstlerische Umfeld, in dem Lambert in den 60er Jahren arbeiten konnte, hätte inspirierender nicht sein können. Die Mitarbeit, wenn auch nur technischer Art, an den von Dr. Paul Wember herausgegebenen Bildbänden und Katalogen für das Museum Haus Lange und das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld waren für den jungen Graphiker prägend.

Bereits zu Beginn der 70er Jahre entstehen Collagen und Montagebilder, die sein Suchen und Erkennen von sich abstrahierenden Formen deutlich machen. Im Prinzip der Reihung erkennt der Künstler, absolut auf der Höhe seiner Zeit, völlig neue ästhetische Wirkungen. Vergleichbar der amerikanischen Minimal Art, vor allem aber auch dem deutschen Künstler Peter Roehr, findet Lambert in dem seriellen Prinzip seine eigene Formensprache.

In seinen Zeitungscollagen sieht man unverkennbar das künstlerische Potential seiner Zeit und er reflektiert auf seine Weise die Popkultur dieser Generation. Inhaltliche Aussagen und gegenstandsfreie Formgefüge stehen sich gleichberechtigt gegenüber. Nicht ohne Einfluss blieb seit den beginnenden 70er Jahre der Gestaltungswille der Hochschule für Gestaltung in Ulm mit Max Bill, des Graphikers  Otl Aicher oder auch des Malers und Bildhauers Alfonso Hüppi. Insbesondere Blätter wie „Farbknoten“ oder „Farbwelle“ aus dem Jahr 1972 atmen den Geist dieser Jahre, deren Ästhetik gerade in unseren Tagen ein Revival erlebt.

In jüngster Zeit nimmt Gottfried Lambert die Idee der Collage wieder auf. In Arbeiten wie „Gegliedert“ oder „Gestaffelt“ fügt er eigene fotografische Fragmente zu einer Bildkomposition zusammen und greift damit eigene Arbeiten aus den späten 60er Jahren wieder auf. Gleichzeitig verfolgt er darüber hinaus einen intensiveren malerischen Ansatz. Seine Graphiken werden farbiger und lebendiger. Die Arbeit am Computer nimmt für den Graphiker eine immer größere Bedeutung an. Er spricht davon, dass die eigne Handschrift digital herbeigeführt wird. „Auf diese Weise bearbeitete Pixelstrukturen zeigen überraschende Bilder, die zum Nachdenken über digitales Leben anregen“, so der Künstler.

Gottfried Lambert lebt und arbeitet in Goch. Es blieb deshalb nicht aus, dass sich der Grafiker immer wieder auch der lokalen Szene geöffnet hat. Mit beeindruckenden Entwürfen für Plakate zu Veranstaltungen, öffentlichen Ereignissen und Firmenlogos ist er bis heute in seiner Heimatstadt präsent.

 

 

 

 

Von beiden Enden, so betiteln die Museen von Ratingen und Goch eine gemeinsame Ausstellung sowie das gemeinsame Katalogbuch, das im Snoeckverlag erscheint, mit Werken von Paul Schwer.

Paul Schwer, 1951 geboren, gehört zu den bekanntesten deutschen Bildhauern. Mit seinen Werken interveniert er immer wieder in bestehende Architekturen oder landschaftliche Gegebenheiten. Mit seinem Formen- und Materialrepertoire gelingt ihm aber nicht nur die Positionierung der autonomen Skulptur, er schafft auch Bezüge zu kulturellen und sozialen Fragen der Gesellschaft. So sind seine Werke, neben der formalen stets auch eine inhaltliche Herausforderung und bieten neue Sichtweisen auf die Gegenwart.

Der Radiobeitrag WDR5 Scala von Thomas Frank ist in unserer Medienbibliothek – Tonbeiträge 2018 zu finden.

Die Buchpräsentation findet am Donnerstag, 30. August 2018 um 19 Uhr im Museum Ratingen statt.
Für Mitfahrmöglichkeiten bitte im Museum Goch melden.

Kunsthistorisches Allerlei – Sammelsurium. Quer
4.4. bis 2.6.2024

In unserer Ausstellung Kunsthistorisches Allerei – Sammelsurium Quer von Martin Lersch hängen zunächst alle Bilder mit dem Motiv zur Wand. Aber täglich werden zwei Arbeiten umgedreht, bis dann, ab dem 8.5., sämtliche 70 Arbeiten zu sehen sein werden. Tag für Tag bleibt eine Überraschung, wo sich neue Motive entdecken lassen. Am besten also regelmäßig reinkommen und gucken oder vielleicht sogar das Glück haben, mit umdrehen zu dürfen.

Diese Ausstellung war ein ist Teil unserer Sammlungspräsentation ALLES Museum 3 im Sommer 2024.

 

 

 

 

 

 

 

Bauhaus
21.3. bis 24.3.2019
Eine Ausstellung von 99 Paraphrasen zum 100jährigen Bauhausjubiläum.
Die Ausstellung wird gemeinschaftlich kuratiert vom Künstler und Schülern der St. Georg-Schule, Goch.

Am Sonntag, den 24.3. findet um 15.00 eine Kuratorenführung durch Martin Lersch statt.




 

 

Ich schau Dich an
17.07. bis 02.09.2018
Im Jahr 2017 zeichnete der Maler Martin Lersch Portraits von Migranten im Museumscafé

Das ganze Jahr 2017 über hat der Maler jeden Mittwoch von 15.00 – 17.00 Uhr Interessierte zum Portraitieren im Museumscafé begrüßt. Während eines entspannten Gesprächs schuf er die Bilder der Ausstellung.

Zu dieser Ausstellung findet ein zweitägiger Portraitworkshop am 17. und 18. Juli jeweils von 15.00 bis 17.00 Uhr statt.
Wir haben ein Model eingeladen, nach dem vor Ort gezeichnet wird. Der Kurs steht nach Anmeldung jedem Interessierten ab 12 Jahren offen und kostet 12,00€ pro Termin.

Auke de Vries ist einer der bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart. Seit über 30 Jahren lebt der niederländische Künstler in Den Haag.
In umfangreichen Ausstellungen war er bereits in allen namhaften Museen unseres Nachbarlandes vertreten. In Deutschland hingegen gilt er noch einem breiten Publikum als unbekannt.
Mit unserer Ausstellung, für die Auke de Vries eigens Skulpturen angefertigt hat, möchten wir nun sowohl den Bildhauer wie auch den Zeichner vorstellen, der seit 1970 ein großes und umfangreiches Werk entwickelt hat.

Seine Skulpturen sind abstrakte, feingliedrige Konstruktionen aus geometrischen Formen. Immer wieder finden sich Kegel, Würfel, Zylinder und andere Formen in seinem Repertoire. Auch wenn der Künstler keine Geschichten erzählen möchten, findet der Betrachter immer wieder Anklänge an Bekanntes. De Vries lässt der Assoziationen und dem freien Spiel der Imagination viel Raum. Seine Figuren schweben, scheinen sich der Schwerkraft zu widersetzen obwohl das Material Metall, aus dem die Skulpturen bestehen, etwas anderes vermuten lassen. Bei weiterer Betrachtung wird die handwerkliche Präzision erkennbar, ohne dass die Leichtigkeit und spielerische Note der Skulpturen aufgegeben würde.

Mit seinen Skulpturen besetzt der Künstler ausgesprochen präzise und kompromisslos die Ausstellungsräume. Diese nimmt de Vries als Gesamtkunstwerk in den Blick. Die einzelnen Arbeiten sind durchaus autonom und stehen für sich, sie interagieren aber darüber hinaus mit all den übrigen installierten Werken sowie mit der Architektur.

Für die Zeit von mehr als drei Monate verwandelt der niederländische Bildhauer unser Museum, in einen begehbaren Kosmos aus schwebenden und stehenden Skulpturen, die den Betrachter zum Träumen einladen.