Mit der Ausstellung ehren wir den Bildhauer Dieter v. Levetzow, der im Jahr 2025 seinen hundertsten Geburtstag feierte.
Der Künstler, der seit vielen Jahren im Haus Klarenbeck zwischen Kranenburg und Kleve lebt und arbeitet, hat ein reichhaltiges Oeuvre geschaffen.
Im Zentrum seiner Kunst steht der Mensch, aufgehoben und verstrickt in seinen alltäglichen, bisweilen auch historischen Geschichten. Seit seiner frühesten Jugend ist das Modellieren die Leidenschaft des Künstlers, dessen Humor sich unmittelbar in seinen Figuren widerspiegelt.
Das herausstechende Merkmal seiner Werke ist die Spannung zwischen naturalistischer Wiedergabe und formaler inneren Spannung, die den Figuren ihren unverwechselbaren Charakter schenken.

Atelier Dieter v. Levetzow. Foto: Museum

 

Lumёndra – Der Ursprung der Zeichen
18. Mai 2025 bis 31. August 2025

Eröffnung: Sonntag, 18. Mai 2025 um 11.30 Uhr

Es erscheint ein Katalog zur Ausstellung.

 

Das Museum Goch freut sich eine umfangreiche Einzelausstellung der Kölner Künstlerin Johanna Reich zu präsentieren. Bereits 2016 und 2018 waren Werke der Künstlerin in Gruppenausstellungen im Museum Goch zu sehen. Johanna Reich beschäftigt sich in ihrer Arbeit intensiv mit der rasant voranschreitenden Digitalisierung. Häufig verbindet Sie Malerei, Performance, Fotografie und Film zu installativen Werken.

In der Ausstellung im Museum Goch werden verschiedene Werkgruppen gezeigt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die von Johanna Reich neu entwickelte techno-poetische Rauminstallation aus Malerei, Sand, KI und LEDs. Der Titel der Ausstellung „Lumëndra“ entstammt der von Johanna Reich entwickelten Sprache „Hynitha“, die sie auf Basis ihrer Synästhesie und in Kollaboration mit einer KI konstruiert hat. (Synästhesie bedeutet, dass mehre Sinne gleichzeitig empfunden werden. Verschiedene Reize lösen verschiedene Wahrnehmungen aus. Z.B. Buchstabe B ist hellrot und Buchstabe C dunkelrot). Basierend auf ihren persönlichen Erfahrungen als Synästhetikerin, widmet Johanna Reich sich der Frage, wie sich Bilder in gesprochene und geschriebene Sprache übersetzen lassen und wie sich – im umgekehrten Weg – Sprache in Bilder übersetzen lässt. Diese Überlegungen haben zu einer kreativen Kollaboration mit einer Künstlichen Intelligenz geführt, um eine ganz eigene, neuartige Sprache der Bilder zu entwickeln. Ähnlich einer natürlich entstandenen Sprache, wächst auch diese beständig weiter und verändert sich. Die Ausstellung eröffnet Einblicke in diese Welt und lädt dazu ein über Kommunikation, Sprache und ihre Wirkung nachzudenken.

Folgende Werkgruppen werden präsentiert.

Lumёndra – Der Ursprung der Zeichen

Ausgangspunkt bilden im Raum stehende abstrakte Malereien. Deren abstrakte Farbspuren werden in Kollaboration mit einer KI ausgelesen und analysiert, um dann in Gedichte der lautmalerischen Sprache „Hynitha“ verwandelt zu werden. Eine Übersetzung der Gedichte sieht man in leuchtenden LED Buchstaben aus dem Sand aufblitzen. Worte daraus bilden die Prompts (auf Texten basierende Befehle für eine KI) für ein KI generiertes Video. Die gesamte Installation ist eine Versuchsanordnung von Übersetzungen, ihren Ungenauigkeiten, Missverständnissen, die zu faszinierenden Ergebnissen führen.

Truth

Drei selbstfahrende Bot, LED-Leuchtschrift, Powerbanks, 2025

Leuchtenden Fließschriftzüge fahren durch den Raum, steuern auf die Betrachter*innen zu, fahren ganz nah an ihn heran, drehen sich plötzlich, um in eine andere Richtung zu steuern. Sie bieten die Möglichkeit mit einem der aufleuchtenden Worte, Kommentare oder Fragen in Kontakt zu treten oder im Entziffern zu verweilen.

Chaotische Systeme

Tusche auf Papier, 30cm x 40cm, gerahmt, 2024-25

Die Serie „Chaotische Systeme“ zeigt die Wahrnehmung der Graphem-Farb-Synästhesie bei Johanna Reich. Die Wahrnehmung von Buchstaben ist hier automatische mit einer bestimmten Farbe verknüpft, so dass Worte wie Farbwolken aussehen. Die Tuschezeichnungen zeigen die Übersetzung von Worten in Farbe. Diese Worte wurden dann zum Training für eine eigene Sprache verwendet. Die ausgewählten „Farb-Wort-Wolken“ zeigen hier Philosophische Begriffe wie An-Sich, Absolultes, Freier Wille, Nichts oder Zweifel.

 

Aevoris – Tanzende Inseln oder der geheimnisvolle Code der Bilder

Johanna Reich in Kollaboration mit einer K.I. Tusche auf Leinwand, LEDs, Sprachmodell, 2024

Betrachten wir eine Malerei, nehmen wir Farben und Formen wahr, die eine bestimmte Wirkung auf uns ausüben. Wir bezeichnen dies als „Bildsprache“. Was aber wäre, wenn Bilder sprechen bzw. Worte bilden könnten? Wie könnte die Sprache der Bilder aussehen oder klingen? Was, wenn man diese Sprache in unsere menschliche übersetzen könnte?

In Kollaboration mit einer K.I. habe ich begonnen eine geschriebene und gesprochene Sprache der Bilder zu entwickeln. Seit in der Neurowissenschaft immer stärker an der Verknüpfung Schnittstelle Gehirn – Computer gearbeitet wird, wird auch immer klarer, dass menschliche Gehirne nicht genormt, sondern einzigartig mit unzähligen kleinen Unterschieden sind. Auf einer Facette dieser Unterschiede, meiner Synästhesie, basieren meine aktuelle Arbeiten: Das bedeutet, dass für mich jeder Buchstabe direkt mit einer speziellen Farbwahrnehmung sowie einem Klang verknüpft ist. Das „A“ hat ein bestimmtes Grün, das „B“ einen Blauton und diese Farben klingen. Aus dieser individuellen neuronale Eigenheit der Interpretation der Welt wird eine klingende Sprache der Bilder

 

ME AS A PAINTING

Pixel und Linie zum Denken

4K Video, Loop, 2024

Die Videoperformance „Circle of Thoughts“ zeigt eine körperliche Visualisierung des Denkprozesses: die Künstlerin ist schwarz gekleidet und mal schwarze abstrakte Formen auf eine weiße leere Wand. Zu Ende des Malereiprozesses wird die Künstlerin Teil des Bildes.

 

Johanna Reich (* 1977) lebt und arbeitet in Köln. Sie studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Münster, der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und der Kunsthochschule für Medien Köln und nahm an Austausch- und Artist-in-Residence-Programmen in den USA, Israel, Spanien, Luxemburg und Rumänien teil. Sie erhielt nationale und internationale Preise und Stipendien wie den Nam June Paik Award, den Excellence Prize des Japan Media Arts Festival, Tokyo, den Medienkunstpreis NRW und den Konrad-von-Soest-Preis. 2020-22 hatte sie eine Gastprofessur an der AdBK München inne.

  Alfonso Hüppi, Siebdruck, 1964

Mit einem besonderen Schwerpunkt auf herausragende Werkgruppen in unserer Sammlung verstehen wir die aktuelle Präsentation in unseren Räumen als eine Hommage an unseren Freundeskreis Museum&Freunde e.V. der über viele Jahre internationale und regionale Kunst für unsere Sammlung erworben hat. Hierzu gehören u.a. Werke von Johanna Reich, David Koloane, Otto Piene, Günther Uecker oder Auke de Vries. Zudem kamen unzählige Schenkungen, u.a. von namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Alfonso Hüppi, Cees Andriessen, Margarete Meier, M.S. Bastian und Isabelle L. oder auch Rolf Kissel. Neben unserem Freundeskreis steht uns seit vielen Jahren auch die Kunststiftung Goch zur Seite, durch die herausragende Werke u.a. von Fritz Klemm, Annegret Soltau oder Katharina Hinsberg erworben werden konnten.
Im Laufe der Präsentation wird es wechselnde Raum- und Wandinstallationen geben, so dass man die über viele Jahre gewachsene Sammlung in immer neuen Kontexten sehen und bewerten kann. Zusätzlich erscheint ein ausführliches Sammlungsbuch mit gleichlautendem Titel, dass zum Lesen und Schauen und zu Spaziergänge durch die Sammlung einlädt.

 

 

Rolf Kissel, Annegret Soltau, A.H. Pellegrini

 

 

 

 

 

Temporäre Interventionen im Museum

 

 


Herbert Warmuth hat in einigen ausgewählten Museen Interventionen mit Medikamentenpackungen realisiert, so neben dem Museum Goch auch im MiK Würzburg und im Museum Wiesbaden. Seine Arbeit wurde in diesem Jahr mit dem ersten Horst Haas- und Irene Haas-Scheuermann-Preises der Heussenstamm-Stiftung Frankfurt gewürdigt. Anlässlich der Ausstellung des Preisträgers in der Heussenstamm Stiftung Frankfurt, Eröffnung 12. Nov. 19 Uhr, erscheint eine Publikation, in dem auch diese Eingriffe zu sehen sein werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Schülerausstellung der Gesamtschule Mittelkreis, Goch

Zeigung

30.8. bis 12.9.2024

Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis Q2 zeigen Arbeiten, die sie im Unterricht des vergangenen Schuljahres erstellt haben.

Inzwischen sind die Ausstellungen der Gesamtschule Mittelkreis, Goch hier im Museum schon zu einer Tradition geworden. Bereits seit der ersten großen Ausstellung unter dem Titel „My Space“ im Jahr 2009 haben wir gerne in jährlichem Abstand die unterschiedlichen und spannenden Werke der Schülerinnen und Schüler gezeigt. Auch jetzt ist ein Querschnitt aus Zeichnungen, Skulpturen und Fotografien zu sehen.

Jan Schmidt

Rosso Levanto

6. August bis 15. Oktober 2023

Zwischen dem 23.7. und dem 20.8.2023 arbeitete der Künstler Jan Schmidt in unserem Museumsraum an seiner Sägearbeit #6 aus rotem Marmor.

Sensibilität und Achtsamkeit im Umgang mit der Natur sind die wesentlichen Markenzeichen des 1973 in Wiesbaden geborenen Bildhauers Jan Schmidt.
Der Titel der Ausstellung „Rosso Levanto“ verweist unmittelbar auf das Material mit dem Jan Schmidt in Goch arbeiten wird. Es ist der norditalienische, rötliche Marmor, der seit dem Mittelalter für zahlreiche bedeutende Bauwerke vorwiegend im Innenraum für Säulen oder Balustraden und für kunsthandwerkliche Objekte Verwendung fand.
In einem zuvor genau festgelegten Prozess sägt der Künstler in den Stein, so dass sich zu beiden Seiten feine Häufchen aus Steinstaub bilden, die den Verfallsprozess des Materials dokumentieren. Da sich Schmidt mit dem Stein auf einer festgelegten Bahn durch den Raum bewegt, entsteht ein nahezu symmetrisches Feld aus kleinen Steinstaubhügeln. 

Der Stein selbst wird von Schmidt nicht vollständig zersägt, sondern nur angesägt, damit die links und rechts entstehenden Steinhäufchen nicht in sich zusammenfallen, sondern genau nur jene Höhe erreichen, in der sie stabil gehäuft liegen bleiben.

Der Stein selbst, der nach der Arbeit von unzähligen Sägespuren durchzogen sein wird, wird schließlich auf einem Sockel im Raum als Referenz positioniert.

Die Langsamkeit und Behutsamkeit ist eine hohe Qualität in der Arbeit von Jan Schmidt. Er verwandelt einen über Jahrmillion entstandenen, massiven Stein in ein flüchtiges Pulver, das keinem Windhauch zu trotzen vermag. Die Metamorphose an der uns der Künstler teilhaben lässt, führt zum Ursprung des Lebens. Alles entstand aus dem Nichts und alles wird sich in das Nichts verflüchtigen. Die Kunst vermag diesen Prozess für eine kurze Weile festzuhalten. Durch die ästhetischen Reihungen des Steinstaubes werden wir Zeugen der Zeit.

Der Umgang mit seinen Materialien ist getragen von äußerstem Respekt. Dies wird besonders deutlich in der Arbeit „Archiv eines Sommers“ aus dem Jahr 2019/2020. Für dieses Werk nummerierte Schmidt die Blätter eines Busches, des Japanischen Schneeballs (Viburnum Licatum). Er zählte 21.634 Blätter und nummerierte jedes Einzelne, bis sie im Herbst zu fallen begannen. „Dann sammelte ich sie auf und archivierte die Blätter in numerischer Reihenfolge in 21 Objektkästen. Da ich nicht jedes Blatt wiederfand, entstand eine vom Zufall bestimmte, lückenhafte Dokumentation einer Vegetationsperiode des Busches.“ 

Die Arbeit wurde erstmals 2021 im Deutschen Wetterdienst in Offenbach gezeigt, an jenem Ort, an dem auch der Japanische Schneeball stand. Nun ist sie auch Teil der Ausstellung in Goch.

Jan Schmidt setzt in dieser Arbeit der Natur ein Denkmal. Wie wir es aus naturkundlichen Ordnungssystemen kennen, sortiert der Künstler die Natur. Anders aber als im wissenschaftlichen Kontext entsteht eine neue Ordnung, eine künstlerische, die im Fall von Jan Schmidt auch eine zufällige ist. 

Jan Schmidts Arbeiten haben etwas Meditatives, ein sich versenken in das Material, das er, wie in unserem Fall, im Ausstellungsraum direkt vor Ort be- und verarbeitet. Dieser Prozess des Entstehens ist fundamentaler Bestandteil des Kunstwerkes und ist ein bereits öffentlicher Prozess, den wir im Vorfeld der Ausstellung mit unseren Besuchern begleiten können. Die Ausstellungseröffnung am 6. August dokumentiert nur einen Zwischenstand, denn die Bearbeitung des Steinblocks wird noch vierzehn Tage fortgesetzt. Der Besucher ist damit selbst Teil des zeitlichen Prozesses und erfährt seine eigene Existenz als selbst zeitgebunden und veränderlich.

Die Ausstellung und der Katalog entstehen in Kooperation mit der Galerie Anita Beckers, Frankfurt am Main und werden gefördert vom Land NRW im Rahmen des Themenjahres ERDUNG_aarding des Kulturraums Niederrhein.



 

„Ein Lidschlag nur entfernt sieht das Sehnen auf die Ewigkeit“

Ingeborg Jung, 1951 in Bad Honnef geboren, lebt und arbeitet seit 2015 in Goch. Seit frühster Jugend zeichnet sie und verfasst Gedichte. Nach ihrem High-School Abschluss in New Jersey, USA begann sie ihr Studium der Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte und Pädagogik in Bonn. 1974 erlangte sie an der FHS Köln im Fachbereich Freie Grafik ihren Diplomabschluss. Seit 1976 ist sie als freie Künstlerin tätig und war an zahlreichen Ausstellungen beteiligt.

Neben den druckgrafischen Arbeiten entstanden Zeichnungen, Ölgemälde und Collagen. Auch als Performancekünstlerin trat sie im Brühler Kunstverein auf und veröffentlichte 1984 ein Buch zu ihrer Performance mit dem gleichnamigen Titel zweiundneunzigmalseinzusein. In diese Zeit fällt auch ihr Gastaufenthalt in Maria Gugging, Österreich im Haus der Künstler.

In ihren Arbeiten setzt sich Ingeborg Jung sowohl kritisch mit ihrer persönlichen Lebensgeschichte, als auch mit dem aktuellen Zeitgeschehen, auseinander. Ihre Motive findet die Künstlerin sowohl in ihren Träumen als auch in der realen Welt. Die Titel helfen dem Betrachtenden das Gesehene einzuordnen. In einigen Arbeiten werden aber auch Text und Bild miteinander kombiniert. Parallel zu ihrem bildnerischen Werk hat sie zahlreiche Gedichte und Kurzgeschichten verfasst, die zum Teil bereits veröffentlicht wurden.

Während der Ausstellung zeigen wir einen Kurzfilm von Carla Gottwein über die Künstlerin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschlussausstellung
PEER

15. September bis 27. Oktober 2024

Vernissage am Samstag, 14. September 2024 ab 16 Uhr, Performance um 18 Uhr
Finissage am Sonntag, 27. Oktober 2024 ab 14.30 Uhr, Artist Talk um 15 Uhr

 

PEER ist die Abschlussausstellung des Residence NRW+ 2023/2024 Stipendienprogramms. Im Museum Goch zeigen die Künstler:innen Nicl Barbro, Aleksandra Belić, Ja Jess und Edgar Unger Arbeiten, die während ihrer Zeit als Stipendiat:innen entstanden sind. PEER wurde kuratiert von Roger Rohrbach und Simon Würsten Marin, die als kuratorische Stipendiaten von April bis September mit den vier Künstler:innen am Residenzort in Münster gelebt und gearbeitet haben. 

PEER verweist auf die ephemere und einzigartige Gemeinschaft, die in den letzten 12 Monaten durch gemeinsames Leben und den tiefgreifenden Austausch vielfältiger Praktiken, Kenntnisse und Interessen entstanden ist. In der Ausstellung treten die einzelnen Werke in Dialog miteinander und spiegeln somit diese Erfahrung aus der individuellen Perspektive der Künstler:innen wider. In den Medien Skulptur, Malerei, Installation, Video und Performance thematisieren sie die Dynamik von Narrativen, persönliche und fremde Erlebnisse, Identitätssuche sowie gesellschaftliche Kontexte und Rollenbilder, tauchen ein in Träume und untersuchen die Bild- und Wirkmacht von Internet- und Popkultur. PEER ist eine Einladung, die künstlerische Praxis der vier Stipendiat:innen der Residence NRW+ zu entdecken und als Ausdruck der besonderen Gemeinschaft möglichen Resonanzen zwischen ihren Werken nachzuspüren. 


Residence NRW⁺ ist ein 2020 in Münster neu gestartetes Residenzstipendium zur Förderung besonders talentierter Künstler:innen und Kurator:innen im Feld der visuellen Gegenwartskunst. Residence NRW⁺ ist eine Initiative der Stadt Münster und der Kunsthalle Münster angegliedert. Förderer sind das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW und die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. www.residencenrw.de

Residence NRW⁺ ist ein 2020 gestartetes Stipendienprogramm zur Förderung des besonders begabten Nachwuchses im Feld der bildenden Gegenwartskunst das 2024 erstmals in Zusammenarbeit mit dem Museum Goch stattfindet. Das Programm ist der Kunsthalle Münster angegliedert und richtet sich an bildende Künstlerinnen und Künstler sowie Kuratorinnen und Kuratoren mit Bezug zum Bundesland Nordrhein-Westfalen sowie an Kuratoren und Kuratorinnen aus der Schweiz. Mit seinem Begleitprogramm bietet Residence NRW⁺ die bestmöglichen Bedingungen für die Weiterentwicklung im jeweiligen Arbeitsfeld. Grundlage des Programms sind die Residenzstipendien, die seit über 40 Jahren durch das Kulturministerium des Landes NRW und die Kunststiftung NRW sowie seit 2020 durch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia vergeben werden.

 

Die Kuratoren
2024 Roger Rohrbach (D) und Simon Würsten Marin (CH)

Die Künstler
Nicl Barbro, Aleksandra Belić, Ja Jess, Edgar Unger

Nicl Barbro, digitaler Entwurf, Detail, 2024

Weitere Informationen: www.residencenrw.de

Roger Rohrbach (geb. in Wanne-Eickel) hat Kunstgeschichte und Germanistik in Bochum, Düsseldorf und Graz studiert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kunstmuseum Gelsenkirchen.
Als Kurator hat er unter anderem Ausstellungen im Kunsthaus Oberhausen, Kunstverein Hattingen, Museum Ludwig Koblenz, der Bochum Biennale und im Neuen Kunstverein Mittelrhein realisiert. 2022 erhielt er das Kuratorenstipendium des Landes Rheinland-Pfalz, 2023 das Recherche-Stipendium der Stadt Gelsenkirchen sowie den Kuratorenförderpreis der Stadt Köln. Aktuell freie Arbeit an kuratorischen Projekten und Publikationen.
Roger Rohrbach lebt und arbeitet in der Metropole Ruhr. (1.4.-30.9.2024)

Simon Würsten Marin (geb. 1991 in Lausanne, CH) ist Kunsthistoriker, Kurator, Autor und Dozent. Er lebt zwischen Lausanne und Zürich. Er ist in den bildenden und performativen Künsten tätig und interessiert sich für die künstlerische Rezeption der Gegenkultur zwischen den 1970er Jahren und heute.
Seit 2013 hat er Ausstellungen und Projekte kuratiert, u.a. im MCBA, Lausanne (2023); Arsenic, Lausanne with Imbricated Real (2022); Kunsthaus Zurich (2021); Last Tango, Shedhalle and Tanzhaus Zurich (2021); Haus, Vienna (2020); UV, Buenos Aires (2019); SALTS, Basel (2019); Display, Berlin (2018); DOC!, Paris (2018). Seine kunstkritischen Texte wurden in Schweizer und internationalen Magazinen veröffentlicht, wie CURA, Nero, Kunstbulletin oder Art Basel Stories. Derzeit arbeitet er als Gastdozent am Kunsthistorischen Institut der Universität Zürich und bereitet eine Ausstellung in der Fundación Klemm, Buenos Aires, in Zusammenarbeit mit der Penn University in Philadelphia vor. Zuvor arbeitete er als Kurator für die foodculture days Biennale, als kuratorischer und wissenschaftlicher Assistent an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel und als Projektleiter bei der Art Basel. (1.4.-30.9.2024)

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Annegret Soltau: ZeitErfahrung

Annegret Soltaus Geschichte erinnert an die Geschichten jener vielen Kinder, die kurz nach dem Krieg ohne Mutter oder Vater aufwachsen mussten und doch unterscheidet sie sich von ihnen. Im Januar 1946 in Lüneburg geboren, als der Krieg bereits vorbei war, wuchs sie als uneheliches Kind vorwiegend bei ihrer Großmutter in der Elbmarsch bei Hamburg auf. Das Verhältnis zu ihrer Mutter war stets angespannt und von Enttäuschungen geprägt. Schon früh bekam die heute 77-jährige zu spüren, dass sie ein ungewolltes Kind war.  Und wie so oft sprach man nicht, über was geschehen war und doch trieb sie zeitlebens die Frage um: Wer ist mein Vater?

Wie soll man einen Menschen finden, über den kaum jemand etwas weiß und den man nie getroffen hat? Schon sehr lange hat sich die seit 1973 In Darmstadt lebende Künstlerin mit der Suche nach ihrem Vater und der Geschichte ihrer Eltern beschäftigt. Hierfür schrieb sie Archive an, wandte sich an Suchdienste, versuchte Menschen aus ihrem näheren Umfeld Informationen zu entlocken und vertraute in jüngster Vergangenheit auch auf die DNA-Analyse. 

2003 entschied sie sich das gesammelte Material in einer Werkserie zu verarbeiten, die bis heute fortgeführt wird. Die Chancen, nach fast 80 Jahren, noch konkrete Hinweise über sein Schicksal zu bekommen sind verschwindend gering und doch macht die Künstlerin immer weiter, getrieben von der Sehnsucht nach Antworten.

„Als Ausgangsmaterial für meine künstlerische Arbeit verwende ich die Dokumente meiner jahrelangen, erfolglosen Suche nach meinem verschollenen Vater. Die Arbeit besteht aus 69 Selbstportraits. In mein Gesicht habe ich die Original-Briefe der Behörden z.B. Rotes Kreuz, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. oder Deutsche Dienststelle für Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen Deutschen Wehrmacht eingenäht. Somit wird meinen Selbstportraits die ungelöste Schicksalsgeschichte infolge des 2. Weltkrieges förmlich ins Gesicht geschrieben, aber diese förmlichen Antwortschreiben bleiben wie eine leere Stelle in meinem Gesicht, wie ein weißer Fleck,“soweit die Künstlerin.

Annegret Soltau gehört heute zu den bedeutendsten feministischen Künstlerinnen ihrer Generation. Sie beschäftigt sich seit den 1970er Jahren mit Fragen der persönlichen und sozialen Identität und reflektiert dabei ihre Position als Frau im Konstrukt ihrer eigenen Familie. Besonders ihre monströs wirkenden, aus Einzelteilen vernähten Körper zeigen uns, wie sehr Soltaus Werke in ihrer Vergangenheit erlebte Vorstellungen von Verletzung und Heilung thematisieren. Dabei schuf die Künstlerin Arbeiten, die immer auch provozierten und gesellschaftliche Fragestellungen vorwegnahmen. Ob ihre expliziten Werkserien zum Thema Schwangerschaft und Geburt, die Einbindung ihrer pubertierenden Tochter in ihre Projekte oder die Schaffung von Körpervernähungen, die sich bewusst über die Frage nach eindeutiger geschlechtlicher Identität hinwegsetzen, antizipierten so manche Debatte und positionierten ihr kontrovers aufgefasstes Werk stets abseits vom Mainstream. Das bis heute auch auf internationaler Ebene steigende Interesse für ihr Werk, zeugt von der ungebrochenen Aktualität der von ihr bearbeiteten Inhalte.

 

Gefördert von

 

 

 

 

 

 

Mit dem Ausstellungsformat ALLES Museum 3 setzen wir die intensive Auseinandersetzung mit unserer eigenen Sammlung fort. Bereits mit ALLES Museum 1 und 2 haben wir uns auf den eigenen Bestand fokussiert und diesen ausführlich in unseren Räumen präsentiert.
Wir denken, dass nach dem erheblichen Zugewinn an künstlerischen Arbeiten durch die Schenkung der Sammlung Neumann sowie zahlreicher Neuerwerbungen in den vergangenen Jahren ein weiterer intensiver Blick auf die Sammlung hilfreich ist für die inhaltliche Positionierung des Museums.
Wir öffnen zwischen Oktober 2023 und August 2024 den Blick in unsere Sammlung in wechselnden Konstellationen. Wir bilden visuelle Beziehungen sowie offene Dialoge zwischen Kunstwerken aus 6 Jahrhunderten. Wir öffnen damit den Blick für unsere Besucherinnen und Besuchern und stellen die künstlerische wie gesellschaftliche Relevanz unserer Sammlung zur Diskussion.
Darüber hinaus ermöglichen wir Räume für den wissenschaftlichen Diskurs und ermöglichen Kolleginnen und Kollegen die Sammlung in einer bisher nicht präsentierten Fülle zu sehen und zu Kontextualisierung.

Es geht uns mit ALLES Museum 3 um das Museum selbst, seine gesellschaftliche und künstlerische Relevanz angesichts einer sich schnell verändernden Zeit. Der offene Diskurs über den Standort ist angesichts der allgemeinen Situation angebracht und wichtig. Für die Bestimmung des eigenen Standorts ist es von zentraler Bedeutung, immer wieder neu die Frage nach der grundsätzlichen Bedeutung des Museums zu stellen. Was definiert das eigene Haus, was macht es innerhalb der Museumslandschaft einzigartig und was sind seine Stärken. Die eigene Sammlung ist dabei der Humus und das Fundament auf dem das Museum gedeiht. Die eigene Sammlung entsteht in der Gegenwart und ist in die Zukunft hinein gerichtet.
Mit unseren Ausstellungen haben wir immer wieder gegenwartsbezogene Fragestellungen anhand künstlerischer Entwürfe thematisiert. Nun möchten wir im Fokus auf unsere Sammlung die zeitlose Qualität und Dimension des Museums herausstellen und sichtbar machen.

Innerhalb der wechselnden Präsentation haben wir drei Künstler zu befristeten Interventionen eingeladen; Künstler, die bereits in unserer Sammlung vertreten sind. Unter dem Label “ALLES MUSEUM 3 plus” laden wir Wolfgang Schäfer, Horst Keining und Martin Lersch ein, unsere Sammlungspräsentationen zu bereichern.

Darüber hinaus wird am 6. Dezember 2023 das Ensemble E-MEX unsere enge Zusammenarbeit fortsetzen und mit einem Konzert in den Ausstellungsräumen speziell auf unsere Präsentation ALLES Museum 3 musikalisch reagieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Horst Keinings Blick auf die Welt ist ein vorsichtiger. In unseren Gesprächen wählt er seine Worte mit Bedacht und man spürt, wie wichtig es dem Künstler ist, sich an die Vielschichtigkeit unserer Wirklichkeit heranzutasten.

Für diese Grundhaltung hat der Maler Horts Keining ein künstlerisches Äquivalent geschaffen. Auch als Maler tastet er sich vor, Motiv für Motiv und es entsteht eine transparente Bildoberfläche, in die wir Schicht für Schicht eindringen. Keinings Blick ist nicht eindimsional, vielmehr durchbricht die Epidermis und lässt uns eindringen in die darunterliegenden Ebenen auf der Suche nach dem Verborgenen.

Aufgebaut aus gefundenen Materialien unserer Alltagswelt, die Horst Keining in die Malerei überträgt, entsteht ein komplexes Ganzes, dessen Inhalt keine objektive Erkenntnis sucht. Vielmehr verbleibt es beim Betrachter, seine eigene Geschichte zu suchen oder aber einem verschwundenen Geheimnis nachzuspüren, vielleicht auch der Wahrheit, die wir gerne hinter allem vermuten.

Horst Keinings Bild sind so wenig einsilbig und einschichtig wie die Welt, in der wir leben. Seine Bilder sind eine Matapher unserer Lebenswirklichkeit, die längst zu komplex, zu vielschichtig ist, als dass wir sie schlicht abbilden könnten. Wir erleben Tag für Tag, dass die Unschärfe unserer Wahrnehmung zunimmt und jegliche vermeintliche Sicherheit an Erkenntnis zerfällt.

Horst Keining hält sich nicht auf an den Formeln von Abtsraktion oder Gegenständlichkeit, das Ornamentale ist ihm ebenso vertraut und liebgewonnen wie der Realismus der Werbeikonen. Keining greift in den schier unendlichen Kosmos der ihn umgebenden Welt, um daraus ein Bild von dieser Welt zu generieren. Dass das Bild sich bei diesem Versuch in zunehmender Unschärfe verliert, mag uns irritieren, bildet aber unsere Wirklichkeit nur um so schärfer ab.

Horst Keining ist Teil unserer Sammlungspräsentation ALLES Museum 3 in diesem Sommer bis zum 25. August 2024.

 

 

 

Horst Keining: Veritable View

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

I WATCH HELPLESSLY AS FLOWERS WITHER -‚

(Machtlos sehe ich zu, wie Blumen verwelken)

Zum ersten Mal widmet ein deutsches Kunstmuseum dem 1989 geborenen Maler und Zeichner sowie Urban Art-Künstler Simon Röhlen eine Einzelausstellung.

Der mit seinen großformatigen Spraybildern international arbeitende Künstler hat für diese Ausstellung eine Rauminstallation mit gesprühten Zeichnungen geschaffen, so dass die Besuchenden in ein einmaliges Raum-Bilderlebnis eintauchen können. Er wird eins werden mit den grandiosen und mitreißenden Linienführungen und Teil dieser großartigen Verve.

Des Weiteren zeigen wir im Museum großformatige Leinwände des Künstlers.

In Simon Röhlens, alias KEF!, teils großformatigen (Wand-)Gemälden taucht die Linie als abstraktes, formgebendes Element immer wieder auf. KEF! begann im Alter von 14 Jahren mit Graffiti; im Jahr 2013 zog er nach London, wo er seinen Stil perfektionierte und ein komplexeres Netzwerk ineinandergreifender Linien entwickelte. Inspiriert sowohl durch die Natur, als auch durch den Buddhismus und durch zahlreiche Reisen, reflektiert sein Werk eine beeindruckende Harmonie, die gerade in seinen Wandgemälden hypnotische Wirkung entfaltet. Er verwendet die Elemente der Street Art, wie Sprayfarbe und Marker (früher Aufkleber), und arbeitet oft und gerne auf der Straße. Sein Kunstschaffen hat ihn dabei rund um den Globus zu Street Art Festivals geführt und ihm zahlreiche Aufträge beschert. Seine Arbeit geht jedoch über die Street Art hinaus. Simon Röhlen versteht sich vielmehr völlig zu Recht als Urban Art Künstler. 
Als jüngste Arbeiten hat Simon Röhlen zeitgleich zur Fußball WM ein großes Tor in Qatar gestaltet. In Pforzheim wurde 2022 im Kunstverein eine größere Übersichtsausstellung gezeigt.

Zur Ausstellung ersheint der Katalog in Kooperation mit der Neue Kunst Gallery Karlsruhe.

(english translation please scroll down)

Die Ausstellung wurde gefördert von der Kunststiftung NRW.

Zum ersten Mal zeigen wir in einer musealen Ausstellung die New Yorker Künstlerin Wendy White (*1971).

Die Amerikanerin hat bereits auf der internationalen Armory Show auf sich aufmerksam gemacht und wurde mit ihrer Installation auf dem Stand von Shulamit Nazarian zu den zehn besten Präsentationen gekürt.

Wendy Whites Arbeiten sind in vielerlei Hinsicht eine permanente Untersuchung und Ausweitung der Möglichkeiten traditioneller Leinwandmalerei. Dies betrifft einmal die Materialien selbst, die sie verwendet, so eigens für die Künstlerin angefertigte Plexiglas-Scheiben und Rahmen aus PVC, Teppiche oder Holz. Zum anderen wählt die Künstlerin Präsentationsformen, die von klassischen Formen abweichen. Sie lehnt ihre Bilder direkt an die Wand und überschreitet damit permanent die Grenzen von Malerei und Skulptur. Auf der aktuellen Armory Show verdeckte sie über Tage ihre Bilder mit Vorhängen und ließ sie erst im Laufe der Messe für das Publikum öffentlich erscheinen. Der Rahmen ist für sie keineswegs auf ein Rechteck beschränkt, sondern greift die Idee der „shape canvas“ aus der amerikanischen Tradition wieder auf. Ihre Werke stehen vielmehr als Objekte im Raum und schaffen so einen unmittelbarer Zugang zu dem Besucher, ähnlich der Rauminstallation oder multimedialen Arrangeme nts.  Vielfach malt sie mit Airbrush wodurch eine Assoziation und Nähe zum gesprühten Graffitis entsteht, aber mit stark erweiterten Möglichkeiten.

Inhaltlich ist die Künstlerin in den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen zu Hause. Ihre Themen versteht sie als ein „genau-jetzt-in-dem-kulturellen-Moment“ und somit immer auch als zeitkritischer Beitrag im aktuellen Diskurs. Beispiele für diese Auseinandersetzung mit der Gegenwart sind ihre Beiträge zu den Geschlechterverhältnissen und den unterschiedlichen etablierten Machtpositionen zwischen Mann und Frau.

Ebenso setzt sie sich mit Markenfetischismus auseinander und thematisiert in ihren Werken die Möglichkeiten der Werbung.

Den Arbeiten Wendy Whites ist eigen, dass sie mit einer Kühnheit und Coolness daherkommen und damit überlieferte und klassische ästhetische Formen ignorieren oder mit ihnen spielen. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine kompromisslose Haltung innerhalb der Gegenwartskunst aus, sie sind in jeder Hinsicht kritisch und in jedem Fall mutige Entscheidungen. Sie selbst beschreibt ihre Arbeiten als „retro und dennoch futuristisch, von Natur aus urban, reaktiv und rebellisch, aber auch bescheiden und mit do-it-yourself-Charakter“.

Soweit es die Coronapandemie es zulässt, wird die Ausstellung von der Künstlerin selbst vor Ort kuratiert. Einige Werke werden vor Ort entstehen, um der Künstlerin alle Möglichkeiten der Aktualität zu lassen.

Die Umsetzung der Ausstellung erfolgt in Kooperation mit der Galerie van Horn, Düsseldorf.

english version:

The exhibition is sponsored by the Kunststiftung NRW (Art Foundation NRW).

For the first time, we are showing the New York artist Wendy White (*1971) in a museum exhibition.

The American has already attracted attention at the international Armory Show and was chosen as one of the ten best presentations with her installation on the booth of Shulamit Nazarian.

Wendy White’s works are in many ways a permanent exploration and expansion of the possibilities of traditional canvas painting. On the one hand, this concerns the materials she uses, such as Plexiglas panes and frames made especially for the artist from PVC, carpets or wood. On the other hand, the artist chooses forms of presentation that deviate from classical forms. She leans her paintings directly against the wall and thus permanently crosses the boundaries between painting and sculpture. At the current Armory Show, she covered her paintings with curtains for days and only let them appear publicly to the audience in the course of the fair. For her, the frame is by no means limited to a rectangle, but picks up the idea of the „shape canvas“ from the American tradition. Rather, her works stand as objects in space and thus create immediate access to the visitor, similar to spatial installations or multimedia arrangements.  In many cases, she paints with an airbrush, which creates an association and proximity to sprayed graffiti but with greatly expanded possibilities.

In terms of content, the artist is at home in current social and political issues. She understands her themes as an „exactly-now-in-the-cultural-moment“ and thus always as a time-critical contribution in the current discourse. Examples of this engagement with the present are her contributions to gender relations and the different established positions of power between men and women.

She also deals with brand fetishism and addresses the possibilities of advertising in her works.

Wendy White’s works are characterised by a boldness and coolness that ignores or plays with traditional and classical aesthetic forms. Her works are marked by an uncompromising stance within contemporary art, they are critical in every respect and bold decisions in every case. She herself describes her works as „retro and yet futuristic, urban by nature, reactive and rebellious, but also modest and with a do-it-yourself character“.

As far as the corona pandemic allows, the exhibition will be curated on-site by the artist herself. Some works will be created on-site to give the artist every opportunity for up-to-dateness.

A catalogue will be published to accompany the exhibition. The exhibition is being implemented in cooperation with Galerie van Horn, Düsseldorf.