Le Déjeuner Sur L’Herbe – Zoo 1993/2009
Die italienische Film- und Videokünstlerin Donatella Landi (* 1958, Rom) ist zum ersten Mal mit einer umfassenden Einzelausstellung in Deutschland zu sehen. Thema der Ausstellung in unserem Haus Goch ist das Thema Natur. Für die Videoinstallation greift Donatella Landi auf das frühere Werk „Zoo“ zurück. Dieses Vorgehen ist typisch für die Arbeitsweise der Künstlerin, die sich gerne auf bereits bestehende Werkgruppen bezieht, sie aber mit aktuellen Themenstellungen konfrontiert und damit neu bewertet. Für die neue Arbeit entstand am Niederrhein eine Videoarbeit mit dem Titel „Le déjeuner sur l’ herbe“. Landi greift auf das berühmte Gemälde aus dem Jahr 1863 Eduard Manets zurück. Ihr Blick in die Landschaftsidylle in der Mensch und Natur im Einklang miteinander leben, konfrontiert sie nun mit den Filmsequenzen aus Zoologischen Gärten in Italien. Der Betrachter wird direkt mit dieser Situation konfrontiert. Ein schmaler Raum zwischen den Projektionen schenkt ihm keine Ausweichmöglichkeit und lässt ihn unmittelbar Teil der Situation werden. Mit ihren subtilen Bildern gelingt es der Künstlerin zu erzählen und den Betrachter in das spannungsreiche Gegenüber von Mensch und Tier einzubeziehen. Ohne pädagogische Hintergedanken schafft Donatella Landi eine große emotionale Dichte, die den Besucher gefangen nehmen wird. Dieses Thema wird in weiteren Arbeiten dieser Ausstellung weiter ausgeführt. Das Video „Giardino Perduto“ entstand in den Botanischen Gärten von Rom, Neapel und Palermo. Mit der Handkamera erforscht die Künstlerin die üppig wuchernde Natur und bahnt sich einen Weg durch die großen Gewächshäuser. Der Betrachter wird diese Bilder nur schwer wahrnehmen können. Durch einen Bretterzaun von der Leinwand getrennt, hat er nur die Möglichkeit durch wenige Schlitze den Film zu sehen. Das Bild vom Paradiesgarten, des umschlossenen „hortus conclusius“ wird hier von der Künstlerin zitiert. Ein ganz anderes Erlebnis von Natur ist die Toninstallation „Spaziergang zum Fluß“, die in unsere ständigen Sammlung integriert wird. Hier begleitet der Zuhörer die Künstlerin auf dem Weg durch die Natur. Er lauscht den Blättern unter ihren Füßen, dem Atem und den vielfältigen Klängen der Umgebung. Mit ihrer Installation im Museum Goch konfrontiert uns die Künstlerin auf unterschiedlichen sinnlichen Erfahrungsebenen mit der Bewusstwerdung über sich selbst und die uns umgebende Welt.

Die Ausstellung war Teil des Gemeinschaftsprojektes „Different PLACES – Different STORIES“ des Odapark Venray, des Kulturraumes Niederrhein e.V. sowie den mitwirkenden Städten und Gemeinden und weiteren Veranstaltern zwischen Rhein und Maas.
Gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes NRW.

Ferdinand Langenberg (1849–1931) war ein in der Formensprache der Neugotik arbeitender Bildhauer, der für zahlreiche Kirchen am Niederrhein und in den Niederlanden gearbeitet hat. Seine Kunst orientierte sich an bedeutenden Vorbildern aus dem Spätmittelalter und war eher epigonal als künstlerisch-autonom geprägt.
Ferdinand Langenberg wurde am 7.4.1859 in Goch als Sohn eines Kupferschlägers (1815 –1878) geboren. Nach dem frühen Tod seiner Mutter verbrachte er viel Zeit bei seinem Großvater, einem Zimmermann in Kalkar. Hier begann seine erste Affinität zum Material Holz. In Kalkar prägten ihn außerdem die bedeutenden spätgotischen Schnitzaltäre in der Kirche St. Nicolai. Seine Ausbildung begann Langenberg im niederländischen Boxmeer als Lehre bei einem Bildschnitzer. Seine Wanderschaft führte ihn unter anderem durch München und Aachen, wo er als Geselle in die Werkstatt des neugotischen Bildhauers Friedrich Wilhelm Mengelberg (1837-1919) eintrat. 1872 war er wiederum in München, wo er sich 1873 an der Kunstakademie bei Professor Josef Knabl (1819-1881) in der Klasse für christliche Plastik einschrieb.
1876 kehrte er nach Goch zurück und heiratete Henriette Buekers (1848-1925) . Er begründete noch im gleichen Jahr gemeinsam mit seinem Bruder Alois eine Steinbildhauerwerkstatt in der Roggenstraße.
Für die nachfolgenden kirchlichen Aufträge war auch die Bekanntschaft zu dem Kirchenmaler Friedrich Stummel (1850-1919) aus dem benachbarten Kevelaer von Bedeutung. 1885 gelang Langenberg mit der Vorstellung eines Altarmodells in Münster der Durchbruch. Im folgenden Jahr hatte die Gocher Werkstatt, die auf Altarbauten umgestellt wurde, bereits 14 Gesellen. Künstlerisch außerordentlich bedeutend war für Langenberg 1892 der Auftrag zur Restaurierung der spätgotischen Altäre in der Kirche St. Nicolai in Kalkar. Er lernte unter anderem den Düsseldorfer Architekten Caspar Clemens Pickel (1847-1939)kennen. Durch den Düsseldorfer Architekten kann Langenberg seinen Wirkungskreis auf die rheinischen Großstädte ausdehnen.
Langenberg erhielt zunehmend große Aufträge für Altäre am Niederrhein sowie in den benachbarten Niederlanden. Um 1900 beschäftigte die Werkstatt 30 Mitarbeiter. 1902 erhielt er auf der Düsseldorfer Kunst- und Gewerbeausstellung die Silberne Staatsmedaille für einen Hochaltar in Voerst. Joseph Windhausen (1865-1936), ein vom Dienst befreiter Priester wurde zum ständigen Berater Langenbergs und zog in sein Gocher Wohnhaus ein. 1925 übergab Langenberg seine Werkstatt an seinen Sohn Josef. Am 17.2.1931 starb Ferdinand Langenberg. Seine Werkstatt löste sich 1936 nach dem Tod Joseph Windhausens auf.
Ferdinand Langenbergs Leistung war es, inmitten einer zunehmend säkularen Zeit die spätgotische Formensprache neu zu beleben. Er orientierte sich dabei eng an den Vorbildern, insbesondere an den Kalkarer Altären. Zahlreiche Mappenwerke in seinem Nachlass belegen das intensive Studium der großen Kathedralen und Kirchen des 14. und 15. Jahrhunderts. Langenberg fertigte im Wesentlichen eigenhändige Entwürfe für seine Altäre an; diese ausgesprochen architektonischen Zeichnungen bildeten den Grundstock für die Übertragung in das Material Holz. Für seine Figuren nutzte Langenberg die Fotografie als Studie, indem er seine Gesellen in den notwendigen Posen und Gruppen fotografierte und diese Aufnahmen als Vorlagen für eine Übertragung in die Dreidimensionalität nutzte. Ausgesprochen freie oder gar autonome Handzeichnungen sind von ihm nicht überliefert.

Die Bedeutung Ferdinand Langenbergs lässt sich nur im Zusammenhang der Neugotik und darüber hinaus der politischen und kulturellen Entwicklung in der Zeit des Kulturkampfes bewerten. Die Katholiken im Rheinland sahen den Bau neugotischer Kirchen und ihre Innenausstattung als kirchenpolitische Haltung und antipreußische Demonstration an. Außerdem lässt sich an und in den rheinischen Kirchen dieser Zeit ein neu erwachtes Selbstbewusstsein der katholischen Kirche im Rheinland erkennen. Ferdinand Langenberg gehörte zu jenen antipreußisch eingestellten Kreisen, die sein Werk nachhaltig geprägt haben.

Literatur
Renaissance der Gotik. Ferdinand Langenberg. Neugotische Kunst am Niederrhein, Ausstellungskatalog Museum Goch, hg. von Stephan Mann, Goch 1999.
Renaissance der Gotik. Widerstand gegen die Staatsgewalt, hg. von Ulrike Schubert und Stephan Mann. Kolloquium zur Kunst der Neugotik, Museum Goch 2002, Goch 2003.

Stephan Mann (2010)

Mit Mirko Martin hatten wir 2008 einen jungen Foto- und Videokünstler zu Gast, der 2007 die Hochschule der Bildenden Künste in Braunschweig verließ. 1976 in Sigmaringen geborenen, hält er sich seit 2005 u.a. als Stipendiat des DAAD regelmäßig in Kalifornien auf. 2007 erhielt er den Nordwestkunstpreis der Kunsthalle Wilhelmshaven sowie in diesem Jahr den Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie.
In unserer Ausstellung zeigte der Künstler neue Foto- und Videoarbeiten, die u.a. während seines Studienaufenthaltes in Kalifornien im ersten Halbjahr 2008 entstanden. In diesen, in der losen Serie L.A. Crash zusammengefassten Arbeiten, geht es ihm um das Spiel mit der Realität: Viele der Aufnahmen entstanden an Filmsets im öffentlichen Raum von Downtown L.A. Mirko Martin spielt mit diesen uns bekannten Motiven und stellt sie wie Episoden aus einem Film nebeneinander. Und so wirken die Motive auch wie Stills aus unterschiedlichen Filmen und bedienen unser Cliché von Los Angeles und der Westküste. Dies ist aber nur die sichtbare Botschaft dieser Fotos. Durch eine bildnerische Verdichtung der Geschehnisse sowie die nachträgliche Zusammenstellung der Aufnahmen lässt er jene Realität entstehen, die es uns unmöglich macht, zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden. Im Werk des Künstlers durchdringen sich beide Ebenen so selbstverständlich und unsichtbar, dass der Betrachter mit der Frage konfrontiert wird „welche Art von Wahrheit den Fotografien entnommen werden kann“. (Mirko Martin)
„Der Betrachter soll zu einer rekonstruierenden Detektivarbeit verleitet und auf Codes zurückgeworfen werden, anhand derer wir Fotografien entschlüsseln“, so Mirko Martin.
Zu sehen waren ebenso das Video „The legend of Zorro“, eine Videodoppelprojektion aus dem Jahr 2006. Das Videomaterial wurde im Oktober 2005 bei der Weltpremiere des Films The Legend of Zorro in Downtown Los Angeles aufgenommen. Die Parallelprojektion der Bilder in der Installation stellt Verbindungen her zwischen den ausgeschlossenen, überwiegend lateinamerikanischen Zuschauern, dem Filmpersonal auf dem roten Teppich sowie der Handlung des Films. Der beigefügte Text enthält Hintergrundinformation zur Figur des Zorro und deren Bezug zur Geschichte Kaliforniens.
Mirko Martin lässt uns für kurze Zeit eindringen in die Traumfabrik Hollywoods, um uns schließlich fragend nach der Realität der Bilder zurück zu lassen. In diesem Dialog sind diese Bilder und Videoarbeiten von großer Aktualität.

Der Katalog zur Ausstellung wurde gefördert durch die Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze.

www.mirkomartin.com

Die rumänische Videokünstlerin Aurelia Mihai (* 1968, Bukarest) zeigte 2007 mehrere Videoarbeiten, darunter zwei Erstauführungen: Der in Goch gedrehte Film „Transumantia“  sowie die in Rom entstandene Produktion „Von Herzen“.
Transumantia, eine zweikanalige Videoinstallation, wurde im Frühjahr 2007 in Goch gedreht. Die Künstlerin reflektiert in diesem Werk die periodische Wanderung von Schafherden, die sog. Transumanza (lat. trans: „über“, humus: „Erde“). Dabei handelt es sich um die traditionelle Art der Schafhaltung, wie sie in Europa vorherrschend war und wie sie für viele Völker, so z.B. in Rumänien, zum ethnischen Selbstverständnis und zur kulturellen Identifikation gehört. Diese Traditionen stehen nun in deutlichem Wiederspruch zu neuen EU Richtlinien, die die Durchführung für die Schäfer erheblich erschwert bis unmöglich macht. In dem nun entstanden Film inszeniert Aurelia Mihai diese alten Traditionen und überträgt sie in unsere Zeit, in dem sie zur Produktion Helikopter, Flugzeuge und LKWs einsetzt und die Stadt Goch als Filmkulisse benutzt. Zwischen Fiktion, Tagtraum und (Pseudo-) dokumentarischer Beschreibung wird der Betrachter durch vordergründige, nahezu wissenschaftlicher Plausibilität und der authentischen Faszination des Kamerablicks, sowie durch die Imagination der suggestiven Schilderung in den Bann gezogen. Mit weiteren Filmen der letzten Jahre gibt die Ausstellung einen sehr guten Einblick in das Schaffen der Videokünstlerin, die sich zur Zeit als Stipendiatin der Villa Massimo in Rom aufhält. Aurelia Mihai sucht in ihren Filmen kulturelle Traditionen und Spannungen offen zu legen und übersetzt diese in faszinierende Bilder und Filmsequenzen.

Das zentrale Ausdrucksmittel für Michael Mohr ist die Farbe. Seine Bilder leben vom ausgeprägten Sinn für farbliche Zusammenhänge, in die der Künstler immer neu eintaucht. Im Rückblick auf über zehn Jahre lässt sich die große Kontinuität und künstlerische Konsequenz aufzeigen. Es geht dem Künstler dabei nie um eine Entscheidung von Gegenständlichkeit oder Abstraktion, auch nicht um die Frage der Modernität von Malerei. Ein wichtiges Element in seinem Werk ist die hohe kolonistische Sensibilität.
Die Suche nach kompositorischer Ausgeglichenheit führte ihn vor Jahren schon zum quadratischen Bildformat, das einen nach allen Seiten hin gleichberechtigten Bildraum schafft. Seine Bilder entstehen zwar nicht in Serien, farbliche und gestalterische Gruppen lassen sich jedoch sehr wohl mit einem gewissen zeitlichen Abstand aus seinem Werk herauslesen.
Ob es sich um die „abstrakten“ Bilder, den Blick auf die Natur oder das Selbstbildnis handelt, stets sind die unterschiedlichen Motive nur ein Vorwand für den Künstler, einmal mehr malerische Strukturen in der Welt zu entdecken und zu gestalten.
Die Ausstellung sowie das umfangreiche Katalogbuch spannen erstmals einen Bogen auch zu den früheren Arbeiten.
Michael Mohr wurde 1964 in Fulda geboren, studierte 1982 bis 1988 an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künstler – Städelschule – in Frankfurt am Main und lebt dort.

Mit der Ausstellung, die 1999 im Museum Goch gezeigt wurde, konnten wir sowohl die Zeichnungen wie auch Skulpturen des Bildhauers Dieter Oehm erstmals umfassend zeigen. Inzwischen besitzt das Museum, finanziert durch den Verein der Freunde und Förderer e. V. eine große Skulptur, die den Eingangsbereich des Museums flankiert sowie einige Zeichnungen.

Dieter Oehms Skulpturen sind trotz ihrer massiven Ausfertigung fragile Geschöpfe, deren Aufbau einer notwendigen Tektonik zu trotzen scheinen.
Die spielerisch, additiv zusammengesetzten Holzkörper, oftmals handelt es sich nur um flache, einige Zentimeter dicke Platten, umkreisen das innere Zentrum der Figur, ohne daß das Zentrum selbst mittels Masse definiert wird. Vielmehr entwickelt sich ein reizvolles Spiel zwischen negativ bestimmter Leere auf der einen, und der diese Leere umgebenden Volumina auf der anderen Seite. Auf diese Weise greift der, die Figur umgebende Raum formbildend in die Skulptur ein, er dringt in sie ein und verleiht ihr Stabilität.
Das Aufbrechen des Holzkörpers führt zu reizvollen Aus- und Durchblicken, die den Figuren ihren leichten Charakter verleihen. Sie werden Teil der sie umgebenden Natur und auf diese Weise zum »Zeitunterbrecher« sie halten die Zeit an, sie stehen mächtig wie Zeichen in ihrer Landschaft und ziehen aufgrund der eigenen Fragilität den scheinbar sicheren Stand des Betrachters infrage.»Dieter Oehms monochrom bemalte Holzarbeiten sind belebte Skulpturen, denen der Künstler einen festen Platz zuordnen möchte, einen Raum, in dem sie für lange Zeit aus ihrer Stille heraus zum „Atem neuer Wirklichkeit“ werden.«

Die freibleibenden Räume im Innern der Skulpturen gewähren nicht nur Durchblicke, sondern werden auch zum Raum für das in sie eindringende Tageslicht. Die auf diese Weise erzielte Belebung der Arbeiten verweist unmittelbar auf das, mit den skulpturalen Arbeiten eng korrespondierende zeichnerische Werk von Dieter Oehm.
Die Blei- und Farbstiftzeichnungen des Künstlers, die oftmals der Größe der Skulpturen um nichts nachstehen, müssen gleichberechtigt neben seinem plastischen Schaffen bewertet werden. Die die Skulptur vorbereitende Ideenskizze ist in seinem Werk ebenso vertreten, wie die autonome, in sich abgeschlossene Komposition. Aber auch in seinen freien, von der konkreten Skulptur unabhängigen Zeichnungen versucht Dieter Oehm das Thema von Form, Energie und Licht anzugehen und künstlerisch zu verarbeiten.
Die Spannung und expansive Kraft, die den Zeichnungen eigen ist, liegt in der Konfrontation der vehemmenten, bis hin zur Aggressivität neigenden Handschrift des Künstlers und der Einfügung geometrischer Flächen, die oftmals nur durch ihre Umrißlinie definiert, auf dem Blatt stehen. Auf diese Weise erzeugt Oehm einen Tiefencharakter, der in einen unmittelbaren Dialog mit dem intensiv strahlenden Gelb tritt, das Oehm, neben Rot und Blau als zusätzliche Farbe in seine Zeichnungen einbringt. Die Beziehung, die auf der Zeichnung zwischen Farbe, künstlerischer Handschrift und geometrisch gefasster Leere entsteht, entspricht dabei der Spannung, aus deren Geist auch Oehms Skulpturen auf uns wirken.
Die Bündelung und Freisetzung von Energie, das Entstehen von Energie- und Leerräumen und die gegenseitige Durchdringung dieser Felder, ist Dieter Oehms künstlerisches Thema. Während ihm in der Zeichnung die persönliche, sehr direkte Handschrift sowie die verwendeten Farben zur Umsetzung der Idee zur Verfügung stehen, bleibt die Skulptur auf einer abstrakteren, sich nicht in gleicher Unmittelbarkeit und Anschaulichkeit erschließenden Ebene.
In seinen Zeichnungen gelingt es Dieter Oehm, sich von den natürlichen Grenzen der dreidimensionalen Skulptur zu lösen und das Zeichenblatt zu einem autonomen, keinen Gesetzen unterworfenem Energiefeld zu machen. Das Gestalten des Raumes, die Begegnung von Form und Fläche in diesem Raum und die in dieser Spannung imaginär freigesetze Energie ist eines der zentralen Motive in Oehms Schaffen, das die Skulptur wie die Zeichnug thematisch verbindet.
Stephan Mann (1997)

Nach vielen Jahren in Japan ist Katrin Paul nach Europa zurückgekehrt und zeigte in einer raumfüllenden Präsentation Arbeiten aus der Serie Schmauchspuren.

Ausstellung zum 100sten Geburtstag.

Der gebürtige Dresdner lebte in den letzten Jahren des II. Weltkrieges bis 1950 mit seiner Familie in Kalkar bevor er eine Professur in Berlin annahm. Vertraut mit dem Niederrhein und den Menschen der Region verband ihn eine lange Freundschaft mit den Brüdern Hans und Franz Joseph van der Grinten, die damals noch ihr Kunstgeschichtsstudium absolvierten und durch den älteren Künstler Ratschläge zum Aufbau ihrer Kunstsammlung erhielten. Bedingt durch die wirtschaftlich schwere Nachkriegszeit, arbeitete Teuber als Zeichenlehrer am Collegium Augustinianum Gaesdonck.

Die Ausstellung konzentrierte sich mit rund 80 Arbeiten inhaltlich auf das Genre der Stillleben. Ein Thema dem Teuber während seines gesamten Lebens treu blieb. Ruhig, komponierte Bilder in denen der Maler das Erscheinungsbild der Objekte abbildet, standen hier im Mittelpunkt. Die Strukturen, Formen und Oberflächen von Gläsern, Musikinstrumenten oder auch Pfeifen wurden in diesem Oeuvre zum Protagonisten.