Isabel Zuber ist Zeichnerin. Bei ihren Wandarbeiten zeichnet und arbeitet sie un­mittel­bar auf die Wände, die sie vorfindet. Dabei entstehen endlos scheinende, äu­ßerst fragile, bis­weilen dreidimensional erfahrbare Zeichnungen.
„Hier endet die Reise nie“, bekannte die Künstlerin einmal zu ihren Arbeiten im Bon­ner Kunstmuseum und spielt darauf an, dass Sie ihre Zeichnungen als Kontinuum versteht.
Isabel Zuber überschreitet mit ihren Arbeiten das Medium der klassischen Zeichnun­g. Wesentlicher Bestandteil der Wirkung ihrer Arbeiten ist die Platzierung im Raum, der von den Zeichnungen neu definiert wird. So bewegt sich der Betrachter nicht im herkömmlichen Sinne auf die Zeichnung zu, sondern er verbringt eine Zeit in der Zeichnung, die weder Anfang noch Ende kennt. Für Goch geht Isabel Zuber auf die konkrete Raumsituation ein, in dem sie die bei­den gegenü­berliegenden Ausstellungsräume in eine besondere Beziehung zu einan­der bringt.

In dem einen der beiden Räume trägt sie mit ihren Händen eine Schwarzzeichnung auf. Ausgehend von ihrer Körpergröße beginnt sie von oben nach unten mit den Fin­gern die Acrylfarbe auf die Wandfläche zu bringen. Dieser unmittelbare physische Kontakt zum Bildträger, in diesem Fall zur Museumswand, ist der Künstlerin ebenso wichtig, wie die Beziehung zur Farbe sowie die im Malvorgang begründete Bewe­gung.Diese sehr emotionalen Erfahrungen während der Arbeit, die Materialität der Farbe, aber auch der Widerstand der Wand fließen unmittelbar in die Zeichnung ein.
In dem zweiten Museumsraum entsteht eine fragile Ritzzeichnung, d.h. ein breites Linienband, das mit Hilfe einer Kreissäge in den Putz geschnitten wird. Während der erste Raum von der schwarzen Farbe beherrscht wird, sind es hier die sehr subtilen Linienverläufe der Zeichnung, die den Betrachter zum genauen Hinsehen verführen. Die parallel verlaufenden Einschnitte definieren sich einmal durch ihre Tiefe, zum anderen durch die mehr oder weniger scharfe Trennlinie zwischen Ritzung und Wand.

Neben dem endgültigen Ergebnis selbst, bleiben für Isabel Zuber der Prozess der Entstehung sowie die Beziehung zum Raum eine  persönliche Erfahrung, die unmit­telbar in die künstlerische Arbeit einfließt.

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