Shirley Wegner wurde 1969 in Tel Aviv geboren. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie in New York, wo sie heute lebt und arbeitet. Die Künstlerin erhielt im 2006 das Arbeitsstipendium der Stadt Mönchengladbach. Das Museum Goch hat sie im Frühjahr 2007 zu ihrer ersten musealen Einzelausstellung eingeladen.
Shirley Wegner versteht sich als Malerin, wenngleich dies mit dem ersten Blick auf ihre Fotoarbeiten nicht verständlich scheint. Mit der Malerei aber verbindet die Künstlerin eine Tradition der Bildkomposition, des konstruierten Bühnenraumes, die sich zweifelsohne auch in den eindrucksvollen Fotoarbeiten und Installationen findet. In all ihren Arbeiten verarbeitet Shirley Wegner Bilder aus ihrer Kindheit im Nahen Osten. Bilder von Stacheldraht und Explosionen gehören ebenso dazu, wie riesige Kakteen oder Selbstportraits. Stets inszeniert die Künstlerin Bühnenbilder, die sie aus der Realität herausgreift und in Modellen umsetzt. Diese fotografiert, bilden sie eine Wirklichkeit ab, die gleichsam mehrfach gebrochen, den Betrachter mit der Reflektion durch die Künstlerin konfrontiert. Diese Vielschichtigkeit löst Shirley Wegner selbst auf, in dem das fotografierte Modell als Kunstobjekt sichtbar bleibt und nicht mittels digitaler Technik verschleiert wird. In Goch zeigte Shirley Wegner ihre  Fotoarbeiten; die Serie „areal view“. Grundlage für diese Fotos sind eigene Zeichnungen, die den Betrachter in fiktive Landschaften entführen. Wie aus der Vogelschauperspektive blicken wir auf wüste Ebenen, nehmen vereinzelt Strukturen wahr, ohne dass sich eine reale Welt wirklich abgebildet findet. In gleicher Weise entstand für Goch die Wandarbeit „home 4“.
Die gleiche Vielschichtigkeit zeigt die Installation „tractor traces“, die ebenfalls zum ersten Mal in Goch realisiert wurde. Für diese Arbeit hat Shirley Wegner die Spur eines Traktors in Porzellan ausgegossen. Diese aus über 100 Einzelteilen bestehende Skulptur hängt an kaum sichtbaren Fäden von der Decke. Einer Raumprojektion vergleichbar spielt sie mit unserer Erinnerung an Wagenspuren, sowie wie mit unseren Bildern von aufgehängten Skeletten, wie wir sie aus zahlreichen naturkundlichen Museen kennen. Wieder durchdringen sich die Bedeutungsebenen und lassen ein vielschichtiges Bild entstehen. Ästhetik und Zerstörung sind bei Shirley Wegner in Erschreckenderweise die gleiche Seite der Medaille.

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