August Deusser war Maler und Kulturpolitiker. 1870 in Köln geboren, blieb er dem Rheinland bis zu seinem Tod in Konstanz im Jahr 1942 eng verbunden.

August Deusser setzte sich bereits sehr früh für die Moderne im Rheinland ein. Die Modernen, das waren u.a. die französischen Fauves um Henri Matisse, aber auch die spektakulären Werke Paul Cézannes oder die deutschen Expressionisten.
Deussers Einsatz für diese Moderne und die damit verbundene Abkehr von der akademischen Malerei führten 1908, maßgeblich von Deusser initiiert, zur Gründung des Sonderbundes. Der Sonderbund wurde als Ausstellungsinitiative gegründet, zusammen mit Julius Bretz, Max Clarenbach, Walter Ophey, Wilhelm Schmurr und anderen. Bis 1911 fanden die jährlichen Ausstellungen der Gruppe in Düsseldorf statt und erregten aufgrund der neuartigen Präsentation und durch den Einbezug französischer Avantgardekünstler großes Aufsehen. Für Deusser stellte der Berliner Maler Max Liebermann hier ein besonders Vorbild da. Dessen Einsatz für die „neue“ französische Malerei, suchte Deusser auch im Rheinland umzusetzen. Der Maler blieb tonangebend innerhalb dieser Bewegung. Im sog. „Vinnen-Streit“ positionierte sich Deusser klar und unmissverständlich für die Seite der jungen französischen Malerei: „Die Jugend aber wird siegen“, so Deusser in seinem Beitrag für die historische Streitschrift. In dem weiteren Streit kam es 1912 zur letzten und legendären Sonderbund-Ausstellung, nun allerdings in Köln.
In diese Sonderbund-Jahre fällt auch die bedeutendste Schaffensphase von August Deusser. Ohne sich vom Gegenstand zu lösen, entwickelte er in Anlehnung an die Kunst des Impressionismus, der Fauves und Paul Cézannes eine eigenständige koloristische Handschrift. Seine Themen findet der Künstler in den rheinischen Landschaften vom Niederrhein bis nach Köln. In seinen Stadtbildern sucht er die charakteristischen Silhouetten, wie beispielsweise und sehr beliebt den Kölner Dom.
Besonders hatten ihn die monumentalen Eisenbahnviadukte angetan. Mächtig setzte er diese rötlich schimmernden Architekturen ins Bild. Sie gehören sicherlich zu den eindrucksvollsten Gemälden von August Deusser.

August Deussers Leben führte ihn auch für einige Jahre an den Niederrhein. Er übernahm einen Auftrag für das Kreisgebäude in Kleve, der aber nicht zu Ende ausgeführt wurde und nicht mehr erhalten ist und lebte viele Jahre im Wasserschloss Arcen (NL) auf der niederländischen Seite. An der Düsseldorfer Akademie wird er schließlich Professor für Historienmalerei, die Lehrtätigkeit, die 1924 krankheitsbedingt aufgeben musste.

Mit ca. 100 Werken – Gemälden und Zeichnungen – zeigen wir dieses, im Rheinland nahezu vergessene Werk zum ersten Mal gemeinsam mit dem Museum Konstanz sowie der Antonie Deusser Stiftung (Zürich).
Seine Malerei wird durchzogen von den französischen Impulsen, die Deusser in der Kunst Paul Cézannes oder Henri Matisse selbst im Rheinland etablierte. Es sind aber auch die Wechselbeziehungen zu deutschen Malern wie Hans Purrmann spürbar, die ähnlich wie Deusser in der französischen Malerei den großen und entscheidenden Fortschritt in eine neue Zeit sahen.

August Deusser blieb sein Leben lang ein Maler im bürgerlichen Habitus. Seine frühe Hinwendung zu den großen Themen der Malerei, sein Blick nach Paris und den Aufbruch in die Moderne lässt ihn zu einem bedeutenden Vermittler der Moderne im Rheinland werden.

 

Zu der Ausstellung ist ein begleitender Katalog entstanden. (€ 25.- während der Ausstellung, € 48,- regulär)

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Kooperation mit der Antonie Deusser-Stiftung.

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