Ansgar Skiba ist Maler und Zeichner und er ist in beiden Techniken gleichermaßen zu Hause. Sein Thema ist, hier wie da die Natur, in die es den 1959 in Dresden geboren Künstler immer wieder zieht.Während sich seine Gemälde durch einen virtuosen und farblich ausgeprägten Charakter ausweisen, bezeichnete er die Ausstellung seiner 2013-2014 im Museum Goch gezeigten Papierarbeiten mit dem Titel  „Versunkenheit“.

In diesen Zeichnungen, die im Freien vor und in der Natur entstehen, versinkt der Künstler in seinen Motiven, Landschaften, Wolkenformationen, meist menschenleer, still und einsam. Den Landschaften Skibas wohnt eine stille romantische Sicht inne. Die mit dem Tuschestift gezeichneten Motive leben aus einem dichten, rhythmisch geführten Strich mit Partien der Leere wie der Verdichtung.
Virtuos entstehen auch auf kleinen Formaten Landschaften, deren typischen Charakter Skiba versteht einzufangen, ohne sich zu sehr in Gegenständlichkeiten zu verlieren.
Von besonderer Qualität sind seine Silberstiftzeichnungen, für die er eine sehr alte Technik, die vor allem in der Renaissance eine Hochblüte erlebte, wieder belebte. Diese auf Holzplatten aufgetragenen Arbeiten sind voller Zartheit und Feinheit im Strich.
In der Ausstellung fügt der Künstler einige wenige seiner „Nachtstücke“ hinzu. Gemälde, die wie auch die Zeichnungen pleinair entstanden sind. Hier verbindet sich seine Malerei, mit der er bisweilen bis an die Grenze des farblich möglichen geht, mit den Zeichnungen in der Natur. Sie sind der Blick in die Weite, bleiben dennoch intim und sind geprägt von einer melancholisch-heiteren Stille.
Der Blick in die Natur und das sich in die Motive Verlierende hat, dies zeigt die Ausstellung, hat nichts an Aktualität verloren. Die Zeichnung als eine der direktesten künstlerischen Medien lebt aus einer unvergleichbaren Spannung zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Bei Skiba lässt sich dies besonders schön sehen. Die einzelne Linie, der kleinste Strich ist für sich eine abstrakte Form. Sie erzählt von sich, einer besonderen Stimmung, vor allem aber vom Künstler, seinem Temperament. Erst im Gefüge und Kontext weiterer Strichformen bildet sich für den Betrachter das Motiv, baut sich eine Realität auf.
Dieses Faszinierende der Zeichnung wird in der Ausstellung mit Werken von Ansgar Skiba einmal mehr visuell erlebbar.

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