Einladungskarte zur Ausstellung Damaris Kerkhoff

Kerkhoff, Damaris (2019)

In unserer Ausstellung entfaltet die Künstlerin Damaris Kerkhoff lebendige Beziehungsräume. Hierfür erzeugt sie skulpturale Setzungen und greift zudem bestehende architektonische Elemente auf, die sie in ihre künstlerische Arbeit einbaut und umdeutet.
Hierdurch entstehen keine endgültigen, unverrückbaren Statements, vielmehr erzeugt ihre Kunst einen permanenten Wandel, indem sie eine Parallele zur Neugierde herstellt.
Jede Arbeit fordert ihre Fortsetzung und jede Ausstellungsinszenierung stellt somit eine Momentaufnahme ihres Denkens da.
Sowohl formal wie auch inhaltlich zeichnet sich ihre Arbeit durch eine große Vielschichtigkeit aus. Wenn Figuratives rein Abstraktem begegnet und erzählerische Elemente mit formalen architektonischen Formen spielen, werden die positiven und negativen Raumbezüge pointiert sichtbar gemacht. Dabei entsteht kein surrealer Raum, vielmehr ist Damaris Kerkhoffs ambivalenter Blick tief in der Realität unserer Zeit verwurzelt. Dieser erlaubt es ihr, gelegentlich auch Aneignungen geschickt in ihr Werk einzubauen und neu zu kontextualisieren. Erkennbar ist dies zuallererst im Ausstellungstitel, der mit unterschiedlichen Bezugssystemen spielt.
So zum Beispiel der beliebte Hinweis auf Vincent van Gogh und die Stadt Goch über die Ähnlichkeit des Wortklangs statt über die nicht vorhandene Ebene in der Wirklichkeit. Hinzu kommt nun die Assoziation Winzig, einerseits in Bezug auf den großen van Gogh, andererseits in Bezug zu der kleinen Stadt des Niederrheins, des kleinen Museums und der noch jungen Künstlerin. Das Motiv der Einladungskarte mit den nach vorne gekämmten leuchtend roten Haaren von Damaris Kerkhoff und der undurchsichtigen Brille aus Papier visualisieren das Spiel aus Bedeutungszuweisung und scheinbarer Erkennbarkeit. Der Betrachter wird zum Prüfen des eigenen Blicks aufgefordert. Hierdurch sucht die Künstlerin einmal mehr eine Vielschichtigkeit, die sich sowohl im Intellektuellen wie auch im Visuellen realisiert.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.
Damaris Kerkhoff (*1987 in Münster) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und schloss ihr Studium 2014 als Meisterschülerin bei Rosemarie Trockel ab.
Neben dem Werner-Deutsch-Preis für Junge Kunst des Museum Kurhaus Kleve erhielt sie zahlreiche Stipendien, u.a. durch die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Kunststiftung NRW, das Frauenkulturbüro NRW und durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW.

 

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