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Nennen wir es besser Unbestimmtheit
8.12.2019 bis 1.3.2020

Eröffnung am Sonntag, dem 8. Dezember 2019 um 11.30 Uhr

Die Ausstellungsräume, die Harald Fuchs für seine Ausstellung im Museum Goch besetzt, werden zu eigenen Welten, konzipiert mit künstlerisch komponierten Materialien aus wissenschaftlichen Laboren, voller Bezüge und Hinweise auf naturwissenschaftliche Experimente und Modelle. Dem Besucher aber wird schnell deutlich, wie sehr er sich in einer Schein- bzw. Kunstwelt befindet, einer Welt, die uns mehr fragend als Antwort gebend zurücklässt. Große Unsicherheit macht sich breit. Wem und was dienen diese Apparaturen, welchen Erkenntniswert können Betrachtende herausziehen und sich zu eigen machen?

Was bleibt ist die Faszination dieser Ambivalenz aus Kunstwelt und Labor. Der Künstler inszeniert einen Kunstraum im Museum, der nur scheinbar als naturwissenschaftliches Modell taugt und schafft damit Räume der Unbestimmtheit, die alles in Frage stellen und jegliche vermeintliche Sicherheit zur Diskussion stellen.

Es ist ein für Harald Fuchs charakteristisches Vorgehen, das Spiel mit dem Ungewissen oder wie er es in unserem Ausstellungstitel selbst formuliert, das Spiel mit der Unbestimmtheit.

Junge Malerei.
Kevin Egerer, Eva Gentner, Marc Goroncy, Lars Schwabe, Catharina Szonn

22.9. bis 24.11.2019

Flyer junge Malerei

Wir präsentieren mit Alles Museum 2 (31.3. – 9.6.2019) ausgewählte Werke unserer Sammlung in neuen Dialogen.

Wie schon 2017 bei der Ausstellung „ALLES Museum 1“ zeigen wir Skulpturen, Graphiken und Gemälde aus Museumsbeständen. Die Objekte werden hierbei unabhängig ihrer Entstehungszeit oder ihrer Gattungszugehörigkeit präsentiert und regen so zu einer neuen Betrachtung und Kommunikation untereinander an.

 

DAMARIS KERKHOFF. WINZIG VAN GOCH
14.7. bis 8.9.2019
Eröffnung am Sonntag, den 14.7.2019 um 11.30 Uhr

In unserer Ausstellung entfaltet die Künstlerin Damaris Kerkhoff lebendige Beziehungsräume. Hierfür erzeugt sie skulpturale Setzungen und greift zudem bestehende architektonische Elemente auf, die sie in ihre künstlerische Arbeit einbaut und umdeutet.
Hierdurch entstehen keine endgültigen, unverrückbaren Statements, vielmehr erzeugt ihre Kunst einen permanenten Wandel, indem sie eine Parallele zur Neugierde herstellt.
Jede Arbeit fordert ihre Fortsetzung und jede Ausstellungsinszenierung stellt somit eine Momentaufnahme ihres Denkens da.
Sowohl formal wie auch inhaltlich zeichnet sich ihre Arbeit durch eine große Vielschichtigkeit aus. Wenn Figuratives rein Abstraktem begegnet und erzählerische Elemente mit formalen architektonischen Formen spielen, werden die positiven und negativen Raumbezüge pointiert sichtbar gemacht. Dabei entsteht kein surrealer Raum, vielmehr ist Damaris Kerkhoffs ambivalenter Blick tief in der Realität unserer Zeit verwurzelt. Dieser erlaubt es ihr, gelegentlich auch Aneignungen geschickt in ihr Werk einzubauen und neu zu kontextualisieren. Erkennbar ist dies zuallererst im Ausstellungstitel, der mit unterschiedlichen Bezugssystemen spielt.
So zum Beispiel der beliebte Hinweis auf Vincent van Gogh und die Stadt Goch über die Ähnlichkeit des Wortklangs statt über die nicht vorhandene Ebene in der Wirklichkeit. Hinzu kommt nun die Assoziation Winzig, einerseits in Bezug auf den großen van Gogh, andererseits in Bezug zu der kleinen Stadt des Niederrheins, des kleinen Museums und der noch jungen Künstlerin. Das Motiv der Einladungskarte mit den nach vorne gekämmten leuchtend roten Haaren von Damaris Kerkhoff und der undurchsichtigen Brille aus Papier visualisieren das Spiel aus Bedeutungszuweisung und scheinbarer Erkennbarkeit. Der Betrachter wird zum Prüfen des eigenen Blicks aufgefordert. Hierdurch sucht die Künstlerin einmal mehr eine Vielschichtigkeit, die sich sowohl im Intellektuellen wie auch im Visuellen realisiert.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.
Damaris Kerkhoff (*1987 in Münster) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und schloss ihr Studium 2014 als Meisterschülerin bei Rosemarie Trockel ab.
Neben dem Werner-Deutsch-Preis für Junge Kunst des Museum Kurhaus Kleve erhielt sie zahlreiche Stipendien, u.a. durch die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Kunststiftung NRW, das Frauenkulturbüro NRW und durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW.
detailliertere Informationen unter www.damariskerkhoff.com

 

Ursula Seitz-Gray. Paris

11.1.2020 bis 8.3.2020

Der Graphiker Gottfried Lambert hat in den zurückliegenden 50 Jahren ein ausgesprochen konsequentes und beeindruckendes Werk hinterlassen. Von Beginn an, er studierte von 1956-1959 an der Werkkunstschule in Krefeld, war für ihn die Suche nach der Form der entscheidende Antrieb. Das künstlerische Umfeld, in dem Lambert in den 60er Jahren arbeiten konnte, hätte inspirierender nicht sein können. Die Mitarbeit, wenn auch nur technischer Art, an den von Dr. Paul Wember herausgegebenen Bildbänden und Katalogen für das Museum Haus Lange und das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld waren für den jungen Graphiker prägend.

Bereits zu Beginn der 70er Jahre entstehen Collagen und Montagebilder, die sein Suchen und Erkennen von sich abstrahierenden Formen deutlich machen. Im Prinzip der Reihung erkennt der Künstler, absolut auf der Höhe seiner Zeit, völlig neue ästhetische Wirkungen. Vergleichbar der amerikanischen Minimal Art, vor allem aber auch dem deutschen Künstler Peter Roehr, findet Lambert in dem seriellen Prinzip seine eigene Formensprache.

In seinen Zeitungscollagen sieht man unverkennbar das künstlerische Potential seiner Zeit und er reflektiert auf seine Weise die Popkultur dieser Generation. Inhaltliche Aussagen und gegenstandsfreie Formgefüge stehen sich gleichberechtigt gegenüber. Nicht ohne Einfluss blieb seit den beginnenden 70er Jahre der Gestaltungswille der Hochschule für Gestaltung in Ulm mit Max Bill, des Graphikers  Otl Aicher oder auch des Malers und Bildhauers Alfonso Hüppi. Insbesondere Blätter wie „Farbknoten“ oder „Farbwelle“ aus dem Jahr 1972 atmen den Geist dieser Jahre, deren Ästhetik gerade in unseren Tagen ein Revival erlebt.

In jüngster Zeit nimmt Gottfried Lambert die Idee der Collage wieder auf. In Arbeiten wie „Gegliedert“ oder „Gestaffelt“ fügt er eigene fotografische Fragmente zu einer Bildkomposition zusammen und greift damit eigene Arbeiten aus den späten 60er Jahren wieder auf. Gleichzeitig verfolgt er darüber hinaus einen intensiveren malerischen Ansatz. Seine Graphiken werden farbiger und lebendiger. Die Arbeit am Computer nimmt für den Graphiker eine immer größere Bedeutung an. Er spricht davon, dass die eigne Handschrift digital herbeigeführt wird. „Auf diese Weise bearbeitete Pixelstrukturen zeigen überraschende Bilder, die zum Nachdenken über digitales Leben anregen“, so der Künstler.

Gottfried Lambert lebt und arbeitet in Goch. Es blieb deshalb nicht aus, dass sich der Grafiker immer wieder auch der lokalen Szene geöffnet hat. Mit beeindruckenden Entwürfen für Plakate zu Veranstaltungen, öffentlichen Ereignissen und Firmenlogos ist er bis heute in seiner Heimatstadt präsent.