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Bereits im Jahr 2000 stellte die in Berlin und Salzburg lebende Künstlerin Beate Terfloth im Museum in Goch aus. Das Hauptthema umfasste die Grenze zwischen Malerei und Zeichnung sowie deren Wirkung und Verknüpfung im Raum. In der aktuellen Ausstellung baut die Künstlerin auf zwei Geschossen des Hauses auf die Thematik des Wirkens der Kunstwerke im Raum auf und setzt sie in einen erweiterten Kontext. Die Gestaltungsmittel wechseln zwischen einfacher und doppelter Linie, die aufeinandertreffen, sich kreuzen, gliedern, trennen, sich eingrenzen können oder auch über begrenzte Flächen hinausgehen. Dennoch kommt es zu keiner bildnerischen Schließung. Inhaltlich werden Erinnerungen von Landschaften, Gebäuden oder Gemälden verarbeitet, die die Künstlerin selbst gesehen und wahrgenommen hat. Sie übersetzt und verwandelt sie in reduzierter und abstrakter Form in gezeichnete Linien.

Im Zentrum steht die in im September entstandene Raumzeichnung „Conversazione“. In ihr korrespondiert eine, den Raum umspannende Bleistiftzeichnung mit einigen von der Künstlerin ausgewählten Werke unserer Sammlung. So entsteht im Sammlungsraum ein spannungsreicher Dialog, ein Gespräch, eine Herausforderung, zwischen der sich im Raum entfalteten Linienzeichnung und einigen von der Künstlerin an der Wand und im Raum belassenen Kunstwerke von Günter Uecker, Damaris Kerkhoff, Auke de Vries, Georg Ettl und Gereon Krebber. Begleitend zu „Conversazione“ Es werden nicht nur Werke der letzten Jahre zu sehen sein, sondern werden außerdem frühere Arbeiten aus dem Œuvre Terfloths ausgestellt. Es ergibt sich daraus ein ausgewogener Überblick der Arbeitsweise der Künstlerin, die die Linie bis auf ihre Grundzüge erforscht.

Zur Ausstellung wird eine limitierte künstlerische Auflage (750 Ex.) im Kehrer Verlag mit Beiträgen von Vazira Zamindar und Stephan Mann erscheinen. Das Projekt wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Sparkasse Goch-Kevelaer-Weeze unterstützt.

Die 1958 in Hongkong geborene Beate Terfloth zeigt in der Zeit vom 17. September bis zum 12. November in den beiden Ausstellungsräumen des Museums Goch eine eigens für das Haus konzipierte Installation.
Unter dem Thema kreisen, im Sinne eines sich um einen Gegenstand oder ein Thema bewegender Betrachter, formuliert die Künstlerin ihr Thema: die Grenze zwischen Malerei und Zeichnung sowie deren Wirkung und Verknüpfung im Raum.
Die Arbeit für das Museum Goch beschreibt die Künstlerin wie folgt:

„Das körperlich und emotionale Befinden des Besuchers und seine spätere Erinnerung daran sind der Inhalt der Ausstellung. Geplant sind drei große, etwas ungleichmäßige runde Körper, monumentalisierte Nachbildungen von bemalten Tonspardosen.Zwei davon sollen in dem länglichen Ausstellungsraum hintereinander stehen. Das Bodenniveau der hinteren Raumhälfte ist um  etwa 40 cm höher, so daß die zweite Kugel höher zu liegen kommt und wie bei der Aufstellung zu einem Gruppenfoto die vordere Kugel überragt. Die Kugeln liegen jeweils mittig in ihren Raumhälften. Beide Kugeln sollen etwas übermannshoch sein, und da sie etwas breiter als hoch sind, werden sie ihre jeweilige Raumhälfte so sehr ausfüllen, daß um sie herum nur ein bis zwei Meter Platz bleiben zum Herumgehen und Erreichen des hinteren Raumteils. Die Kugeln werden außen so bemalt wie ihre winzigen Modelle, z.B. oben rot und unten gelb, in einem Fall mit einem umlaufenden grünen Farbband, so daß diese Farben ungefähr in Augenhöhe des Betrachters aneinanderstoßen und ihre Begegnung eine unregelmäßige, horizontale Linie bildet. Darin sind sie vergleichbar mit meinen neuen Bildern.“
„In die kleine Nische soll schräg ein Video so projiziert werden, daß das Bild in Seite und Rückseite der Nische geteilt wird. Das Video zeigt kreisende Tänzer an einem Mystikergrab in Pakistan. In diesen Tanzbewegungen ist der einzelne Tänzer, ob er nun einen großen Kreis beschreibt oder sich um seine eigene Achse dreht so zentriert, daß Begegnungen, Zusammenstöße weich verlaufen. Es erscheint, daß sie in einem flexiblen Raum umeinander herum drehen. Durch die Teilung des projizierten Bildes dynamisiert sich die Bewegung zusätzlich, in dem Tänzer plötzlich von der einen in die andere Hälfte überspringen.“
„Schließlich wird ein Buch erscheinen, mit gemalten runden, stark farbigen, abstrakten Motiven, die sich zentral auf dem Blatt befinden. Nur ist die Bindung so, daß die Blätter von beiden Rändern her im Buchrücken fixiert sind und in der Mitte geknickt. Das Motiv entzieht sich so dem Betrachter, er sieht auf der Seite jeweils das halbe Motiv und muß das geknickte Doppelblatt von vorne platt drücken um das ganze Motiv frontal zu sehen. In und auf dem Buch soll kein Buchstabe erscheinen.“

Das Ausstellungsprojekt wird unterstützt von der Kulturstiftung der Deutschen Bank sowie der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW.