Jon Moscow, 1969 in Cleethorpes, England geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf.
In seinen surrealen Raumwelten erschafft er höchst spannende, gleichsam aber auch divergente Bildwelten. Seine Installationen sind allumfassend, beziehen sich aufeinander und doch bleibt jede einzelne Arbeit autonom.

In der Arbeit für das Museum Goch, die im Winter 2013 für das Museum geschaffen hat, befinden wir uns im Dschungel der Datenströme. Wir bewegen uns auf dem vollständig mit der Londoner Financial Times ausgelegten Fußboden. Auch die Fenster sind mit den Bögen des internationalen Handelsblattes bedeckt. Kein Sonnenlicht, das nicht durch Börsenkurse gefiltert wurde, erreicht den Ausstellungsraum. Im Innern wird dieses Motiv dann aber durch zahlreiche weitere Zutaten radikal gebrochen. Für den Künstler sind dies alles „Zutaten für ein zeitgenössisches mythisches Gericht“, mit denen er die Imagination in hohem Maße herausfordert.

Jon Moscow fügt Dinge zusammen die in unserem allgemeinen Verständnis nicht zusammen gehören und doch scheint uns jedes einzelne Objekt vertraut. Erst mit der Summe des Ganzen, entwirft er ein Szenario, das den Besucher zunächst verwirrt. Doch bei einem genauen Blick erschließt sich dem Betrachter Schritt für Schritt seine künstlerische Welt. Viele Skulpturen erzählen eine Geschichte. Sie beziehen sich auf das Hier und Jetzt und stellen so auch einen Spiegel unserer gegenwärtigen Welt dar.

Ebenso  erzählen auch seine Videoarbeiten, die in die Ausstellung integriert sind Geschichten, die als Metapher für unsere hektische und schnelllebige Welt verstanden werden können. Dabei spielt das Flüchtige und Momenthafte eine große Rolle. Der Zufall ist ein willkommener Gehilfe und doch sind seine gesamten Arbeiten ob Installation, Skulptur oder Video akribisch geplant und zusammengestellt.

Jon Moscow belässt es nicht dabei, uns einen beliebigen Moment unserer Wirklichkeit vor Augen zu führen, vielmehr wählt er Schlüsselmomente aus, die wir im Spiegel der Kunst betrachten. Um einen dieser Momente zu intensivieren bedient er sich auch der Performance. Aus diesem Grund wird der Künstler auch die Ausstellung im Museum Goch mit einer Performance eröffnen und uns einen Weg aufzeigen, wie wir uns mit einer radikalen Aktion aus dem uns alltäglichen umgebenden Datendschungel befreien können.
Jon Moscow schafft mit seinen Installationen eine Metapher für unsere äußerst differenzierte und ambivalente Wirklichkeit und die immer kompliziertere Realität, in der wir uns tagtäglich bewegen zu verstehen. Der Tranquilizer, das Beruhigungsmittel, hilft uns zurecht zu finden.
Die Kunst selbst wird zur Droge, wirkt bewusstseinserweiternd und hilft eine komplizierte und vielschichtige Wirklichkeit zu spiegeln.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.