Mihai, Aurelia (2007)

Die rumänische Videokünstlerin Aurelia Mihai (* 1968, Bukarest) zeigte 2007 mehrere Videoarbeiten, darunter zwei Erstauführungen: Der in Goch gedrehte Film „Transumantia“  sowie die in Rom entstandene Produktion „Von Herzen“.
Transumantia, eine zweikanalige Videoinstallation, wurde im Frühjahr 2007 in Goch gedreht. Die Künstlerin reflektiert in diesem Werk die periodische Wanderung von Schafherden, die sog. Transumanza (lat. trans: „über“, humus: „Erde“). Dabei handelt es sich um die traditionelle Art der Schafhaltung, wie sie in Europa vorherrschend war und wie sie für viele Völker, so z.B. in Rumänien, zum ethnischen Selbstverständnis und zur kulturellen Identifikation gehört. Diese Traditionen stehen nun in deutlichem Wiederspruch zu neuen EU Richtlinien, die die Durchführung für die Schäfer erheblich erschwert bis unmöglich macht. In dem nun entstanden Film inszeniert Aurelia Mihai diese alten Traditionen und überträgt sie in unsere Zeit, in dem sie zur Produktion Helikopter, Flugzeuge und LKWs einsetzt und die Stadt Goch als Filmkulisse benutzt. Zwischen Fiktion, Tagtraum und (Pseudo-) dokumentarischer Beschreibung wird der Betrachter durch vordergründige, nahezu wissenschaftlicher Plausibilität und der authentischen Faszination des Kamerablicks, sowie durch die Imagination der suggestiven Schilderung in den Bann gezogen. Mit weiteren Filmen der letzten Jahre gibt die Ausstellung einen sehr guten Einblick in das Schaffen der Videokünstlerin, die sich zur Zeit als Stipendiatin der Villa Massimo in Rom aufhält. Aurelia Mihai sucht in ihren Filmen kulturelle Traditionen und Spannungen offen zu legen und übersetzt diese in faszinierende Bilder und Filmsequenzen.

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