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Das Museum präsentierte die erste umfangreiche Ausstellung des südafrikanischen Fotografen Cedric Nunn (* 1957, Nongoma, KwaZulu).

Cedric Nunn war bereits in der großen Übersichtsausstellung im Museum Goch 2010 „South African Photography. Südafrikanische Fotografie 1950 – 2010“ mit beispielhaften Arbeiten vertreten. Nun eröffneten wir mit 110 Arbeiten einen Überblick über das Gesamtwerk des Fotografen. Beginnend in den frühen 80er Jahren zeigen wir sein Oeuvre bis heute.

Cedric Nunns Blick ist kein journalistischer Fotograf. Nicht der Fokus auf die politischen Ereignisse stehen bei ihm im Vordergrund. Sein Thema sind die Menschen, denen er unmittelbar in ihren Lebenswelten begegnet. Mit seinem Blick durch die Kamera will Cedric Nunn am gesellschaftlichen Wandel Südafrikas mitwirken. Er ist„ein stiller Beobachter“ seines Landes. „Die hier im Detail gezeigte südafrikanische Gesellschaft besteht auch jenseits von Apartheid- und Postapartheidproblemen. Es gibt ein ganz „normales“ Alltagsleben mit seinen Licht- und Schattenseiten, das die Fotografen bildkünstlerisch anspruchsvoll umsetzen“, so Wiebke Ratzeburg im Katalog zur Ausstellung 2010.

Cedric Nunn hat 2011 den First National Bank Award erhalten, der zu den bedeutendsten Kunstpreisen des Landes zählt.

Zur  Zeit ist die Ausstellung “Cedric Nunn – Call and Response“ im Museum Africa in Newtown, Johannesburg zu sehen. Weitere Stationen in den Museen Südafrikas folgen.

Die Ausstellung war eine Kooperation mit Cedric Nunn sowie BaileySeippel Gallery’s, Johannesburg.

Im Jahr 2013 widmen wir der 1966 in Johannesburg geborenen Künstlerin Jodi Bieber in Kooperation mit dem Stadthaus Ulm eine umfangreiche Einzelausstellung – die erste in Deutschland.

Wir präsentieren die großen Werkzyklen und zeigen damit die ganze Bandbreite von Jodi Biebers fotografischem Schaffen der vergangenen 15 Jahren.
Die gesellschaftlich Themen, denen sie sich in ihren Arbeiten widmet, kreisen immer um die soziale Ungerechtigkeit und das Miteinander der Menschen. Ob es sich um den latent mit Angst besetzte Alltag von Kinder und Jugendlichen in Südafrika handelt, oder sie sich mit ihren Frauenportraits mit dem neuen Selbstbewusstsein der Frau beschäftigt, Jodi Bieber diskutiert in ihren Arbeiten die gesellschaftliche Realität unserer Zeit. Als Fotografin ist sie weltweit unterwegs, mit ihren Arbeiten aus Asien oder Europa hat Sie immer wieder Diskussionen angeregt. Ihre Fokus aber bleibt nach wie der afrikanische Kontinent, wo so bedeutende Serien, wie „Real Beauty“ oder„Survivors of Domestic Violence“ entstanden, in denen sie den Opfern häuslicher Gewalt ein eindringliches Denkmal setzt.

Die in Johannesburg aufgewachsene Jodi Bieber absolvierte ihre Fotografen-Ausbildung zunächst am Market Photography Workshop in Johannesburg, einer 1989 von David Goldblatt gegründeten Fotoschule und Galerie. 1993 ging sie zur damals größten Tageszeitung Südafrikas The Star in Johannesburg, wo sie zunächst unter der Leitung von Ken Oosterbroek weiter ausgebildet wurde. Für The Star arbeitete sie auch während der ersten freien demokratischen Wahlen Südafrikas. Der internationale Durchbruch gelang Jodi Bieber drei Jahre später: 1996 wurde sie eingeladen, an der Masterclass von World Press Photo in Amsterdam teilzunehmen, einer von Joop Swart initiierten, weltweit renommierten Fortbildung für junge, hoch begabte Fotografen unter der Leitung von etablierten Fotojournalisten. Nachfolgend bekam Jodi Bieber Aufträge von Zeitschriften wie dem New York Times Magazine, GEO oder dem Stern, auch arbeitet sie für Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder amnesty international.

Die Ausstellung wird realisiert in Kooperation mit dem Stadthaus Ulm.