Der Graphiker Gottfried Lambert hat in den zurückliegenden 50 Jahren ein ausgesprochen konsequentes und beeindruckendes Werk hinterlassen. Von Beginn an, er studierte von 1956-1959 an der Werkkunstschule in Krefeld, war für ihn die Suche nach der Form der entscheidende Antrieb. Das künstlerische Umfeld, in dem Lambert in den 60er Jahren arbeiten konnte, hätte inspirierender nicht sein können. Die Mitarbeit, wenn auch nur technischer Art, an den von Dr. Paul Wember herausgegebenen Bildbänden und Katalogen für das Museum Haus Lange und das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld waren für den jungen Graphiker prägend.

Bereits zu Beginn der 70er Jahre entstehen Collagen und Montagebilder, die sein Suchen und Erkennen von sich abstrahierenden Formen deutlich machen. Im Prinzip der Reihung erkennt der Künstler, absolut auf der Höhe seiner Zeit, völlig neue ästhetische Wirkungen. Vergleichbar der amerikanischen Minimal Art, vor allem aber auch dem deutschen Künstler Peter Roehr, findet Lambert in dem seriellen Prinzip seine eigene Formensprache.

In seinen Zeitungscollagen sieht man unverkennbar das künstlerische Potential seiner Zeit und er reflektiert auf seine Weise die Popkultur dieser Generation. Inhaltliche Aussagen und gegenstandsfreie Formgefüge stehen sich gleichberechtigt gegenüber. Nicht ohne Einfluss blieb seit den beginnenden 70er Jahre der Gestaltungswille der Hochschule für Gestaltung in Ulm mit Max Bill, des Graphikers  Otl Aicher oder auch des Malers und Bildhauers Alfonso Hüppi. Insbesondere Blätter wie „Farbknoten“ oder „Farbwelle“ aus dem Jahr 1972 atmen den Geist dieser Jahre, deren Ästhetik gerade in unseren Tagen ein Revival erlebt.

In jüngster Zeit nimmt Gottfried Lambert die Idee der Collage wieder auf. In Arbeiten wie „Gegliedert“ oder „Gestaffelt“ fügt er eigene fotografische Fragmente zu einer Bildkomposition zusammen und greift damit eigene Arbeiten aus den späten 60er Jahren wieder auf. Gleichzeitig verfolgt er darüber hinaus einen intensiveren malerischen Ansatz. Seine Graphiken werden farbiger und lebendiger. Die Arbeit am Computer nimmt für den Graphiker eine immer größere Bedeutung an. Er spricht davon, dass die eigne Handschrift digital herbeigeführt wird. „Auf diese Weise bearbeitete Pixelstrukturen zeigen überraschende Bilder, die zum Nachdenken über digitales Leben anregen“, so der Künstler.

Gottfried Lambert lebt und arbeitet in Goch. Es blieb deshalb nicht aus, dass sich der Grafiker immer wieder auch der lokalen Szene geöffnet hat. Mit beeindruckenden Entwürfen für Plakate zu Veranstaltungen, öffentlichen Ereignissen und Firmenlogos ist er bis heute in seiner Heimatstadt präsent.

 

 

 

Auke de Vries ist einer der bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart. Seit über 30 Jahren lebt der niederländische Künstler in Den Haag.
In umfangreichen Ausstellungen war er bereits in allen namhaften Museen unseres Nachbarlandes vertreten. In Deutschland hingegen gilt er noch einem breiten Publikum als unbekannt.
Mit unserer Ausstellung, für die Auke de Vries eigens Skulpturen angefertigt hat, möchten wir nun sowohl den Bildhauer wie auch den Zeichner vorstellen, der seit 1970 ein großes und umfangreiches Werk entwickelt hat.

Seine Skulpturen sind abstrakte, feingliedrige Konstruktionen aus geometrischen Formen. Immer wieder finden sich Kegel, Würfel, Zylinder und andere Formen in seinem Repertoire. Auch wenn der Künstler keine Geschichten erzählen möchten, findet der Betrachter immer wieder Anklänge an Bekanntes. De Vries lässt der Assoziationen und dem freien Spiel der Imagination viel Raum. Seine Figuren schweben, scheinen sich der Schwerkraft zu widersetzen obwohl das Material Metall, aus dem die Skulpturen bestehen, etwas anderes vermuten lassen. Bei weiterer Betrachtung wird die handwerkliche Präzision erkennbar, ohne dass die Leichtigkeit und spielerische Note der Skulpturen aufgegeben würde.

Mit seinen Skulpturen besetzt der Künstler ausgesprochen präzise und kompromisslos die Ausstellungsräume. Diese nimmt de Vries als Gesamtkunstwerk in den Blick. Die einzelnen Arbeiten sind durchaus autonom und stehen für sich, sie interagieren aber darüber hinaus mit all den übrigen installierten Werken sowie mit der Architektur.

Für die Zeit von mehr als drei Monate verwandelt der niederländische Bildhauer unser Museum, in einen begehbaren Kosmos aus schwebenden und stehenden Skulpturen, die den Betrachter zum Träumen einladen.