Brigitte Gmachreich-Jünemann. ausgesucht

Franz Engelen im Atelier der Künstlerin im Jahr 2018

Brigitte Gmachreich-Jünemann lebt und arbeitet in Kranenburg. Sie gehört zu den profiliertesten Druckgraphikerinnen unserer Region und kann inzwischen auf ein umfangreiches Oeuvre zurück blicken. Vielfach haben wir Sie in Einzel- oder auch Gruppenausstellungen gewürdigt.

Im vergangenen Jahr hat die Künstlerin unserem Freundeskreis Museum&Freunde e.V. ein umfangreiches Werk von graphischen Arbeiten geschenkt. Die Schenkung umfasst über 60 Werke aus allen Schaffensphasen, beginnend mit ganz frühen noch gegenständlichen Landschaftsbildern bis hin zu den auch im Format gewachsenen abstrakten Farb- und Formkompositionen.

Die geschenkten druckgraphischen Blätter fügen sich hervorragend ein in die über die Jahre kontinuierlich gewachsene Sammlung des Museums. Damit verfügen wir über ein einmaliges und exemplarisches Konvolut der Kranenburger Künstlerin.

Als Anlass Ihrer großzügigen Schenkung, zeigen wir in einer Ausstellung sämtliche Werke, die der Museum&Freunde e.V. mit großer Freude und Dankbarkeit angenommen hat.

Einladung zum Künstlergespräch:
Am 28. August 2019 findet um 19 Uhr ein Gespräch mit der Künstlerin in den Ausstellungsräumen statt.

 

DAMARIS KERKHOFF. WINZIG VAN GOCH
14.7. bis 8.9.2019
Eröffnung am Sonntag, den 14.7.2019 um 11.30 Uhr

In unserer Ausstellung entfaltet die Künstlerin Damaris Kerkhoff lebendige Beziehungsräume. Hierfür erzeugt sie skulpturale Setzungen und greift zudem bestehende architektonische Elemente auf, die sie in ihre künstlerische Arbeit einbaut und umdeutet.
Hierdurch entstehen keine endgültigen, unverrückbaren Statements, vielmehr erzeugt ihre Kunst einen permanenten Wandel, indem sie eine Parallele zur Neugierde herstellt.
Jede Arbeit fordert ihre Fortsetzung und jede Ausstellungsinszenierung stellt somit eine Momentaufnahme ihres Denkens da.
Sowohl formal wie auch inhaltlich zeichnet sich ihre Arbeit durch eine große Vielschichtigkeit aus. Wenn Figuratives rein Abstraktem begegnet und erzählerische Elemente mit formalen architektonischen Formen spielen, werden die positiven und negativen Raumbezüge pointiert sichtbar gemacht. Dabei entsteht kein surrealer Raum, vielmehr ist Damaris Kerkhoffs ambivalenter Blick tief in der Realität unserer Zeit verwurzelt. Dieser erlaubt es ihr, gelegentlich auch Aneignungen geschickt in ihr Werk einzubauen und neu zu kontextualisieren. Erkennbar ist dies zuallererst im Ausstellungstitel, der mit unterschiedlichen Bezugssystemen spielt.
So zum Beispiel der beliebte Hinweis auf Vincent van Gogh und die Stadt Goch über die Ähnlichkeit des Wortklangs statt über die nicht vorhandene Ebene in der Wirklichkeit. Hinzu kommt nun die Assoziation Winzig, einerseits in Bezug auf den großen van Gogh, andererseits in Bezug zu der kleinen Stadt des Niederrheins, des kleinen Museums und der noch jungen Künstlerin. Das Motiv der Einladungskarte mit den nach vorne gekämmten leuchtend roten Haaren von Damaris Kerkhoff und der undurchsichtigen Brille aus Papier visualisieren das Spiel aus Bedeutungszuweisung und scheinbarer Erkennbarkeit. Der Betrachter wird zum Prüfen des eigenen Blicks aufgefordert. Hierdurch sucht die Künstlerin einmal mehr eine Vielschichtigkeit, die sich sowohl im Intellektuellen wie auch im Visuellen realisiert.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.
Damaris Kerkhoff (*1987 in Münster) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und schloss ihr Studium 2014 als Meisterschülerin bei Rosemarie Trockel ab.
Neben dem Werner-Deutsch-Preis für Junge Kunst des Museum Kurhaus Kleve erhielt sie zahlreiche Stipendien, u.a. durch die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Kunststiftung NRW, das Frauenkulturbüro NRW und durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW.
detailliertere Informationen unter www.damariskerkhoff.com