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Video Palace #37 – MANIAC

Joep van Liefland ist Gast im Museum Goch im Rahmen des Jubiläumsprojektes der Kunststiftung NRW anlässlich ihres 25jährigen Bestehens.

Joep van Liefland (geb. 1966 Utrecht, NL) widmet sich in seinem künstlerischen Werk dem Thema der Erinnerung oder präziser der Vergänglichkeit von medialen Produkten, bzw. dem Übergang vom analogen zum digitalen Zeitalter.
Seine Arbeit versteht er als eine poetische und ontologische Untersuchung dieses Mediums und deren möglichen Interpretationen und Assoziationen. Der Künstler sammelt seit vielen Jahren analoge Bildträger und deren Hardware, die er auf Flohmärkten und im Sperrmüll findet, um diese für seine raumfüllenden Installationen und seriellen Assemblagen zu verwenden oder monumentale Siebdrucke von ihnen anzufertigen.
Die für Goch konzipierte Arbeit Video Palace #37 – MANIAC lässt sich, so der Künstler  als einen „medialen technologischen Privatkosmos“ verstehen. Durch die Herstellung einer Art Maschinenraum voller Video- und weiteres Speicherequipments knüpft Liefland an die raumfüllende Architekur der 50er Jahre an. In dieser Collage befindet sich der Besucher inmitten eines subjektiven Kosmos und Innenraums, einer Art Zwischenzone zwischen Subjekt und medialem Gerät.
Der Name MANIAC bezeichnet einen der ersten Computer der Nachkriegszeit in Los Alamos. Er ist vor allem entwickelt worden, um die Druckwellen und Explosionsmuster von Nuklearbomben zu berechnen, um diese Waffen weiter zu entwickeln.
Van Liefland interessiert sich nicht für den einmal gespeicherten Inhalt der Video- und Computerdisketten, sondern nimmt die Objekte als Relikte einer vergangenen Zeit, in der es neu war, das jeder, der die benötigte Hardware besaß, selbst bestimmt Ereignisse oder Situationen aufnehmen und für unbestimmte Zeit konservieren und immer wieder abspielen konnte. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Geräte überholt, uninteressant und schlussendlich unbrauchbar wurden. Und obwohl kunsthistorische Referenzen zum Ready-Made, zum Minimalismus und der Pop-Art deutlich sichtbar sind, beschäftigen den Künstler in seiner Arbeit vor allem die philosophischen Aspekte Erinnerung und Tod.
Joep van Liefland lebt in Berlin und studierte Bildhauerei an der Kunstakademie in Utrecht/NL sowie Performance an der University of Kansas/USA.

Aus Anlass des 25jährigen Bestehens der Kunststiftung NRW erhält das Museum Goch als „Geburtstagsgeschenk“ eine Arbeit des niederländischen Künstlers Joep van Liefland für die eigene Sammlung. Die Stiftung hat eine europäische Jury gebeten 25  internationale Künstler nach NRW eingeladen. Diese hat jedem der Künstler eines der 25 ausgezeichneten Museen zugeordnet. Joep van Liefland wurde für das Museum Goch ausgewählt, was schließlich zu der Ausstellung im Jahr 2014 führte.