Krebber, Gereon (2008)

Gereon Krebber (*1973) konzipierte für die Ausstellungsräume des Museums Goch neue Skulpturen. Mächtige Formen schieben sich in die Räume, hängen, scheinen zu schweben oder stehen wie tonnenschwere Monolithe auf dem Parkett. Die Widersprüchlichkeit von Materialität und Form ist ein zentrales Motiv im Werk des Künstlers, der 2007 den Kunstpreis „junger westen“ gewann und jüngst das Arbeitsstipendium des Kunstfonds erhalten hat. Die beiden Ausstellungsräume in Goch haben Gereon Krebber zu ganz neuen Werkgruppen inspiriert. Auch sie weisen jene Ambivalenz auf, mit der Krebber immer wieder verblüfft und den Besucher herausfordert. Kennzeichnend für seine Arbeitsweise ist die Verwendung einfachster Materialien. Dabei kombiniert er in Goch traditionelle Werkstoffe wie Eisen, Holz und Gips mit eher ungewöhnlichen Materialien wie Zucker, Wachs, Folie oder auch Styropor. Mit sorrysorrysosorry entschuldigt sich der Künstler dabei nicht in erster Linie beim Besucher, vielmehr bei den Museumsverantwortlichen, den Kuratoren, so als ob er es eben nicht besser hätte machen können. Das Museum als „white cube“ wird von Krebber auf höchste herausgefordert und pointiert. Und wieder einmal stellt der Künstler Räume in Frage, mit denen man sich doch eigentlich längst abgefunden hat. Der Besucher betritt die Räume, ist beeindruckt von den mächtigen Formen, die jetzt so selbstverständlich und mit großer Leichtigkeit den Raum beherrschen. In der Annäherung an das Objekt entsteht schließlich die für Krebber typische Materialverunsicherung. Man möchte, ja man muss es anfassen, um es zu begreifen, um die eigene Irritation aufzulösen. Allein die Etikette des Ortes Museum verbietet es dem Besucher: sorrysorrysosorry. So bleibt auch in Goch ein Bedeutungsraum, der vom Besucher erfahren und sehr persönlich gefühlt werden muss.
Gereon Krebber studierte zunächst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg und Hubert Kiecol bevor er seine Studien am Royal College of Art in London fortsetzte.

In Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Essen, dem Kunstverein Leverkusen sowie der Stiftung Kunstfond entsteht im Herbst eine Publikation, die die Arbeiten des Jahres 2008 zusammenfassen wird.

www.gereonkrebber.net

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