Könige der Herzen (2002)

Könige der Herzen ist der Name für eine lose Künstlergemeinschaft, die 1998 von den drei Künstlern Thitz (Stuttgart/Berlin), M.S. Bastian (Schweiz) und Thomas Baumgärtel (Köln) gegründet wurde.

 „Könige haben von jeher eine die Phantasie anregende Strahlkraft besessen, die in der Sagen- und Märchenwelt eine geradezu traumhafte Vielfalt und Ausdruckskraft erlangt hat. Nicht von ungefähr haben sich Bastian, Thitz und Baumgärtel diesen Mantel derKönige der Herzen umgehängt. Es geht ihnen in ihrer Kunst, in ihren Werken darum, über das Sichtbare und die inhalt­liche Dimension Stimmungen zu evozieren, die den Betrachter auf ein erweitertes Feld der Wahrnehmung führen. Kö­nige der Herzen wandeln auf populären Pfaden ohne ihres besonderen Adels verlo­ren zu gehen.
Drei Künstler, Könige der Herzen, vertreten drei Positionen der Gegenwartskunst, verwurzelt im Trivialen, Alltäglichen, und gerade deshalb umso glaubwürdiger in der jeweiligen Aussage. Sie verbindet die Vermittlung von Empfindungen unterschied­lichster Art in überzeugender Artikulation, begleitet von einem Zug des Kritisch-Heite­ren, angetan mit einem Hauch des Spielerischen und Verspielten, das der Ernsthaf­tigkeit der Kunst die Freiheit verschafft, mit Nachdruck wirken zu können“, so Otto Pan­newitz in einem früheren Katalogbeitrag.
In ihrer Gocher Ausstellung widmen sich die Könige dem Thema Kommunikation in einer globalisierten Gesellschaft. Die Internetseite www.koenigederherzen.de dient bereits seit Monaten den Künst­lern als Kommunikationsplattform.  Darüber hinaus ist über dieses Medium die Kommunikation mit den Besuchern und Interessierten möglich.
Für die Ausstellungsidee stehen sieben quadratische, ein Mal ein Meter messende Papierarbeiten, die zwischen Frühjahr und Sommer 2002 entstanden sind. Es han­delt sich um Gemeinschaftsarbeiten der drei Künstler, die zwischen den jeweiligen Aufenthaltsorten von Thitz, Baumgärtel und Bastian hin und her geschickt wurden, jeweils mit dem Ziel sie zu vollenden. Jeder hatte, einem alten Kinderspiel folgend, die Aufgabe, seine künstlerische Sprache einzubringen bis zu jenem Augenblick, da einer der Künstler das Werk von sich aus als beendet erklärt.
Auf diese Weise entstanden Gemeinschaftsarbeiten bei denen jeder die Chance er­hielt, auf Form und Inhalt seines Vorgängers zu reagieren. Zwischenstadien wurden nicht festgehalten und so verbergen sich hinter jedem nun sichtbaren Bild weitere Bildwelten, die für immer verborgen bleiben werden.
Dieses etwas langwierige künstlerische Verfahren begründet sich darin, dass es während der Vorbereitungsphase des Projektes nicht möglich war, alle drei Künstler für längere Zeit an einem Ort zusammenzubringen. Und so bedeuten die unzähligen Poststempel und Adressaten mehr als nur einen ästhetischen Reiz. Sie künden von langen Reisen, schildern die langen Wege, die vielen Hände die sie hielten und sind damit auch ein Zeichen für die globale Vernetzung in unserer Zeit.
Thema der farbigen Zeichnungen ist die Kommunikation, das Miteinander unserer Kulturen und der Dialog zwischen den Menschen. Ob es sich um die vielen bunten Menschen mit ihren roten und gelben Schuhen von Thitz, um die komikhafte Figuren- und Maskenwelt von M.S. Bastian oder um die zur „Kunstfigur“ mutierte Banane des Thomas Baumgärtel handelt, in einem Thema treffen sich die Künstler immer wieder: die Reflektion unserer existenziellen Bedingungen.
Parallel zu den großen Papierarbeiten pendeln unzählige Postkarten zwischen den Künstlern. Auch sie wurden künstlerisch bearbeitet, mit Bemerkungen versehen und erzählen nun von Reisen, die seit jeher zum Bild des Künstlers auf der Suche nach Inspiration gehören: romantisches Klischee trifft hier auf ein modernes Bild vom Rei­senden zwischen den Welten und Pendler zwischen den Kulturen.
Das Prozesshafte, das den Postkarten sowie den großen Gemeinschaftsarbeiten eigen ist, gehört zum wesentlichen Selbstverständnis aller drei Künstler. Die perma­nente Veränderung der Welt spiegelt sich in der außerordentlichen Vitalität der Ar­beiten wieder. Das unmittelbare Reagieren auf die Vorlagen des Künstlerkollegen erfordert dabei nicht nur Reflektion über die eigene und die andere Arbeit, vielmehr auch die Zurücknahme eigener Vorstellungen, Diskussionen und Konfliktlösungen, ein künstlerischer Ansatz, der für die Drei durchaus gesellschaftspolitische Ideale veranschaulicht.

www.koenigederherzen.de

www.bananensprayer.de
www.thitz.de

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